Gantenbein 2008

Gantenbein Wein, Martha und Daniel Gantenbein, Fläsch
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 150.–
Degustiert: 5/2020, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Schönes Granat mit aufhellenden Rändern. Wunderschönes, klassisches PN-Bouquet mit roten Früchten und einem Hauch nassem Hund. Grosse Klasse von A bis Z. Noch immer stark von einem massiven Holzeinsatz geprägt. Toasting-Noten, Eiche, etwas Kokosnuss. Eine stolze Säure hält alles zusammen und dürfte auch den weiteren Reifeprozess aufs Schönste begleiten. Immer noch heftige Gerbstoffe. Aktuell recht anspruchsvoll, aber mit grossem Potenzial. Dürfte noch mindestens einen Punkt zulegen.
Gesamturteil: Für eine CH-Ikone etwas gar schwer zugänglich; derzeit 17/20
Kaletsch: Mittleres Rubin mit ersten ziegelroten Altersspuren. Exquisite Pinot-Nase mit schönem Toasting: Leder, Tabak, Kaffee und nur noch wenig Frucht. Am Gaumen zeigt sich die sprichwörtliche Balance: lang, schlank und edel, mit brillant eingesetzter Säure, genügend Gerbstoffen und einer verführerischen Reifesüsse. Wunderbar abgerundet und gross! Ein Genusswein, wie er im Buche steht.
Gesamturteil: Schlicht und einfach Weltklasse: 18,5/20
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Fourchaumes 2008

Chablis Premier Cru, Lamblin et fils, Maligni-les-Chablis
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Chardonnay
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 35.–
Freudiger: Helles, aber intensives Gelb ohne Altersnoten. Zurückhaltendes Bouquet, eher auf der zart-floralen Seite. Überraschend deutliche Firnnoten gleich im Ansatz und dann auch im Abgang. Wenig Frucht übrig, dafür an Riesling erinnernde Petrolnoten. Aufgrund der üppigen Butternote klar als weisser Burgunder identifizierbar. Hat durchaus noch etwas Biss, im ersten Ansatz schön, aber dann viel zu dünn. Das viele Holz klingt etwas rustikal nach. Für mich ist der Wein vorbei.
Gesamturteil: Wird dem Renommee der Region nicht gerecht; zu teuer: 14/20
Kaletsch: Mittelhelles Strohgelb. Frische, intensive Nase mit Lindenblüten, zarten floralen Noten und wenig Holz. Am Gaumen machen sich die Holznoten im Stile gut gealterter Burgunder bemerkbar: schöne Struktur und eine gut eingesetzte Säure, die dem Wein Rückgrat verleiht, aber nie stört. Ein klassischer, für das Burgund sehr typischer Chardonnay, der keine Ansprüche auf mehr anmeldet.
Gesamturteil: Ein Wein, der nichts vorgaukelt: 17–/20
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Morellino di Scansano Riserva 2016

Morellino di Scansano DOCG, Fattoria le Pupille, Elisabetta Geppetti
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Sangiovese, Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 22.50
Bezugsquelle: Terravigna
Degustiert: 5/2020, eingereicht von Terravigna
Freudiger: Schwarz mit Rotreflexen. Unglaublich warmer und schwelgerischer Duft, der unweigerlich an Italien denken lässt: Oregano und Co., getrocknet, etwas Liebstöckel. Die grosse Oper wiederholt sich eins zu eins am Gaumen. Erneut viele Kräuter, warme Noten, dunkle Kirschfrucht (Zapfenzieher ortet Lebkuchenwürze). Schön strukturiert und sehr druckvoll. Herrlich rollende Gerbstoffe, ganz am Schluss etwas austrocknend. Aber grosses Toscana-Kino. Frau Geppetti kanns einfach.
Gesamturteil: Toscana pur, schwelg, seufz… 17,5/20
Kaletsch: Mittleres, glänzendes Rubin mit aufhellenden Rändern. Sehr intensive, würzige und kräuterige Nase; reif und einladend. Am Gaumen breit und dank sehr gut spürbarer Säure lebhaft und sehr jugendlich. Erstaunlich viel Extrakt und noch deutlich spürbare, adstringierende Gerbstoffe. Ein Wein, der sich aktuell zum Grillieren eignet oder besser noch zwei, drei Jahre gelagert wird.
Gesamturteil: Toller Gegenwert für diesen Preis: 17,5/20
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Féchy Cave de la Crausaz 2019

Féchy AOC La Côte, Bettems Frères SA
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Chasselas
Jahrgang: 2019
Preis: CHF 8.40 (!!)
Degustiert: 5/2020, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Recht sattes Gelb. Expressive Lindenblüten-Birne-Hefe-Nase. Herrliche Frucht, vor allem Kernfrüchte, dazu weisse Blüten, recht viel Kohlensäure. Etwas ungestüm, gebärdet sich wild im Glas, zeigt aber schon viel Ausdruck. Mundfüllend, fast üppige Fruchtsüsse mit der die Substanz nicht ganz mitzuhalten vermag. Im Abgang noch etwas eckig und nervös.
Gesamturteil: Der Preis ist schon fast eine Frechheit: 15/20
Kaletsch: Mittelhelles, glänzendes Strohgelb mit minimalen orangen Reflexen. Üppig-reife Nase mit viel exotischer Frucht: Bananen, Ananas und Büchsenlitschi. Am Gaumen gefällig und sehr rund, zurückhaltende Säure, die Spritzigkeit fehlt etwas und kommt mehrheitlich von der Kohlensäure. Ein einfacher, eher kurzer Wein, dem der Extrakt etwas fehlt und dessen Nachklang von der Säure bestimmt ist.
Gesamturteil: Für diesen Preis ein Topwert. 14+/20
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Minami 2016

Gran Vino de Paraje, Casa Rojo, Paraje de la Raja
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Syrah
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 65.–
Bezugsquelle: Terravigna
Degustiert: 5/2020, eingereicht von Terravigna
Freudiger: Sehr dunkles Rubin. Verhalten-würziges Fruchtbouquet. Sehr schöner, fruchtsüsser Auftritt. Grosse Substanz, muskulös. Wirkt sehr frisch, schöne Säure, wahnsinnig viel Druck und wunderschöner Trinkfluss. Die erfrischenden Pfeffernoten ganz am Schluss verraten den Syrah, ich hätte den Wein allerdings klarerweise der neuen Welt zugeordnet, blind mit Garantie für einen Australier gehalten. Kann Mainstream Weltklasse sein? Ja. Mit den Spinnern von Casa Rojo: ja.
Gesamturteil: Syrah aus Spanien? Aber ¡Hola: 19/20
Kaletsch: Tiefdunkles Purpur. Frische, noch Barrique-geprägte Nase mit extrahierter Frucht im Stile eines Top-Shiraz aus Down Under: Cassis und etwas Zedernholz. Am Gaumen beeindruckt die Struktur: schöne Säure, die dem Wein Länge verleiht, daneben Aromen, die eher an die Rhône-Region erinnern: konzentriert, edel und aristokratisch. Nicht unbedingt typisch für die Region, aber schlicht Weltklasse! Befindet sich noch nicht auf dem Peak und kann zweifellos noch 20 Jahre gelagert werden.
Gesamturteil: Gelungene Mischung aus Rhône-Syrah und Aussie-Shiraz: 18,5/20
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Carménère Grand Reserve 2013

Curicó Valley, Viña la Junta, Las Condes, Chile
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Carménère
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 5/2020
Freudiger: Schwarz mit aufhellenden Rändern. Minzartig unterkühlter Duft nach schwarzen Beeren. Wirkt im ersten Moment voll ausgereift, druckvoll, dunkelfruchtig mit viel Fruchtsüsse. Holz schön eingebunden, gute Frucht, erste Reife. Der Wein fühlt sich richtig gut an, mit quasi europäischer Eleganz und schöner Substanz. Macht schon Spass, kann aber noch etwas zulegen.
Gesamturteil: Zum Steak vom Grill! 17/20
Kaletsch: Tiefdunkles Purpurrot mit schönem Glanz. Reife und sehr intensive Eichenholz-Nase mit gelungenem Toasting: schwarze Früchte, Cassis und Tabak, leicht rosinig-alkoholisch. Am Gaumen breit und noch sehr gerbstofflastig, die Tannine sind jedoch nicht grasig wie es für chilenische Weine sonst typisch ist. Nur eine mittlere Länge, was bei so viel Extrakt etwas überrascht. Alles in allem gekonnt vinifiziert und in drei Jahren sicher auch gefällig.
Gesamturteil: Überzeugender Barrique-Einsatz: 16,5/20
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Sassi Grossi 2005

DOC Ticino, Gialdi, Mendrisio
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 80.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Verheissungsvolles, dunkles Purpur. Verhaltene, sehr kühle Nase, an Bordeaux erinnernd. Von Beginn weg sehr dicht, extraktreich und substanziell, aber eher wenig Frucht. Erste Reifetöne. Lässt seine Klasse erahnen, scheint aber in einer eher schwierigen Phase zu sein. Am Schluss kommen Panzerfaust-Gerbstoffe, die nach weiterer Lagerung verlangen, aber nicht so recht zu den ersten Tertiäraromen passen wollen. Andererseits: Wenn sich das findet, wirds richtig gut.
Gesamturteil: Aktuell eher unzugängliche Ticino-Ikone; Potenzial für 18+/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot. Überraschend reife Nase mit etwas Frucht und vielen animalischen Tertiäraromen: Leder und Tabak. Am Gaumen überzeugt die brillante Struktur: sehr dicht und extrahiert, aber dank filigranen Gerbstoffen und stützender Säure äusserst homogen und schier unendlich lang. Hier stört nichts, aber die Aromatik überzeugt aktuell nicht auf der ganzen Linie.
Gesamturteil: Hat er den Peak bereits erreicht? 18–/20
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Litina Barbera d'Asti 2016

Cascina Castlet, Maria Borio, DOCG Barbera d’Asti Superiore, Costigliole d'Asti
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Barbera
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 16.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Düsteres Schwarzkirschenrot. Komplexe, expressive Nase mit (hellen!) Kirschen. Sehr frischer und ausserordentlich sinnlicher Start mit saftiger, eher rotfruchtiger Aromatik. Etwas später zeigen sich ein paar Ecken und Kanten, daher täten wohl noch ein, zwei Jahre Lagerung gut. Der Wein ist eher auf der schlanken Seite, strotzt aber vor Lebendigkeit. Maria Borios gesamte Barbera-Range ist jederzeit eine Degustation wert.
Gesamturteil: Grosses Barberavergnügen zum kleinen Preis: 17/20
Kaletsch: Dunkles, ins Violettschwarze ziehendes Rot. Sehr frische, jugendliche Nase mit paketweise Primärfrucht. Auch am Gaumen sehr intensiv: kernige, fast grasige Gerbstoffe und eine breite, gefällige Aromatik. Wirkt trotz 15% Alkohol nie gekocht oder alkoholisch. Ein Wein, der einfache Lebensfreude ausstrahlt und nichts vorgaukelt.
Gesamturteil: Idealer Essensbegleiter: 16/20
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Visperterminen 2000

St. Jodern Kellerei Visperterminen, AOC Wallis
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Gamay, Pinot Noir, Diolinoir
Jahrgang: 2000
Preis: Ca. CHF 17.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Dunkles, erstaunlich jugendliches Granat mit aufhellenden Rändern und braunen Reflexen. Zunächst typischer Pinot-Duft, Waldbeeren, nasser Hund. Am Gaumen klar über den Berg, kaum noch Frucht, dafür Todessüsse. Leder, Waldboden und nasses Laub. Keine Spannkraft und auch keine Länge mehr.
Gesamturteil: Für Freunde des Morbiden: 14/20
Kaletsch: Besorgniserregende orangebräunliche Farbe. In der Nase setzt sich die Befürchtung des Scheintots fort: etwas Holz, dazu teils unangenehme Tertiäraromen. Am ehesten mit einem (zu) alten Pinot Noir vergleichbar. Am Gaumen dann die Offenbarung: genügend Extrakt und Säure, überraschend stabile Struktur und eine überzeugende Balance. Der Wein, der wohl am ehesten dem heutigen «Mitra» entspricht, hat den Peak überschritten, aber die 20 Jahre dank guter Vinifikation (Barrique!) einigermassen verdaut. Schade nur, dass die Fruchtaromen komplett fehlen.
Gesamturteil: Wenn nur das Bouquet besser wäre... 14,5/20
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Hermitage 1995

E. Guigal, Château d’Ampuis, AC Hermitage
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Syrah
Jahrgang: 1995
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Das zart schimmernde Rot zeigt bereits im Glas ein würdevolles Alter an. Es entströmen ihm Düfte nach dunklen Früchten und Herbstlaub. Am Gaumen dann noch mehr Tertiäraromen, ein Herbstspaziergang im Wald, daneben viel dunkle Frucht und Lakritze. In der Mitte herrlich süss. Alles ziemlich dicht und straff, nur ganz leichte Altersbeschwerden. Säure noch präsent, im mittellangen Abgang tummeln sich sogar noch ein paar Tannine. Insgesamt der Eindruck einer erstaunlichen, vielleicht etwas müden Leichtigkeit.
Gesamturteil: Grosses Rhône-Kino, leicht over the top: 18/20
Kaletsch: Mittleres Rubin. Zurückhaltend-aristokratische Nase mit rosinigen und kernigen Anklängen. Am Gaumen die typische Rhône-Syrah-Aromatik: mineralisch mit getrockneten roten Früchten und grünen Kräutern. Präsente Gerbstoffe, die nie stören und den Wein noch frisch und jugendlich wirken lassen. Ein toller Hermitage, der ohne Extraktionsexzesse auskommt und trotzdem (oder gerade deswegen) in allen Belangen überzeugt.
Gesamturteil: Gekonnt ist gekonnt: 18+/20
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Crescendo 2012

Ticino DOC, Mike Rudolph, Tenuta San Giorgio, Cassina d’Agno
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 35.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Dunkles Purpur. Superklassische Merlot-Duftorgie mit reifen Brombeeren und Cassis sowie klaren Holznoten. Am Gaumen durchaus füllig und trotzdem elegant. Etwas hellere Früchte, dazu Schokolade und recht heftige Eichenholzaromatik. Mittlere Struktur. Schöne Gerbstoffe, die ganz am Schluss klar signalisieren, dass man noch zwei, drei Jahre warten sollte.
Gesamturteil: Der hedonistischste von Mike Rudolphs Merlots: 17,5/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot ohne Altersspuren. Ein Bouquet zum Reinbeissen: rauchiges Toasting und viel üppige Frucht. Richtig – excusez l’expression – «geil»! Am Gaumen dann nicht so extrahiert wie erwartet: die Dichte und die aromatische Intensität fehlen etwas, die kernigen Gerbstoffe vermitteln einen Schuss Rustikalität. Kein Wein für Liebhaber dichter oder finessenreicher Weine, aber ein echter Mike Rudolph!
Gesamturteil: Gekonnter Barrique-Einsatz: 17/20
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Steiner Chasselas BSA non 2017

Schernelz Village, Sabine Steiner, Bielersee AOC, Ligerz
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Chasselas
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 14.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Sattes Gelb. Verhaltene Nase mit etwas Birne. Cremiger und erstaunlich mundfüllender Auftritt. Erneut Birne und etwas Zitrusfrucht. Durchaus strukturiert, aber es fehlt etwas an Substanz. Der unterbundene Säureabbau («BSA non») zeigt sich in einer strahlenden, aber keineswegs aggressiven Säure. Ganz am Schluss tänzelt eine leichte Bitternote über die Zunge. Insgesamt ein erfrischender Wein der eher leichten Sorte.
Gesamturteil: Klassischer Apérowein ohne grosse Ansprüche: 15/20
Kaletsch: Mittelhelles Gelb mit honigfarbenen Anklängen. In der Nase typisch Chasselas: frisch, mit deutlicher Hefe- und feiner Lindenblütenaromatik. Am Gaumen gefällig und rund: gut spürbare, aber nie spitze Säure. Mittellang und schön ausbalanciert, aber ohne Intensität und Breite. Für den einfachen Genuss ohne elitäre Tiefenexzesse.
Gesamturteil: Sehr sortentypischer Bielersee-Chasselas: 15+/20
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Radici bianco 2017

Fiano di Avellino DOCG, Mastroberardino, Campagna
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Fiano
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 22.–
Degustiert: 2/2020
Freudiger: Helles Gelb mit leichten Grünreflexen. Auch in der Nase zarte grüne Klänge, daneben weisse Früchte und etwas Rauch. Am Gaumen sehr gut strukturiert mit tollem Trinkfluss, ungemein frisch und knochentrocken. Ein unerwartet langer Abgang, der andeutet, dass da noch etwas kommen könnte. Aber schon jetzt sehr schön, nicht nur zum Apéro!
Gesamturteil: Eine süditalienische Sorte zum Entdecken: 16/20
Kaletsch: Helles Gelb mit leicht orangefarbenen Reflexen. Sehr frische, jugendliche und fruchtige Nase mit Zitrusaromen und Birne. Am Gaumen eine stimmige Struktur – keinerlei störende Noten. Trocken vinifiziert und alles in allem ein komplexer Wein, der seine erste Zugänglichkeit zeigt, aber noch zulegen wird.
Gesamturteil: Wer sich auf ihn einlässt, wird belohnt: 17/20
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Iselis Rosso 2009

Isola die Nuraghi IGT, Argiolas, Serdiana, Sardegna
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Bovale, Monica, Carignano
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 2/2020
Freudiger: Gereiftes Rot ohne jeden Firn. Dem Glas entströmen Aromen, die an Syrah denken lassen. Im Mund dann unglaublich stoffig, sehr dicht gewoben, eine Fruchttapete, die von Kokos-Mocca-Fäden zusammengehalten wird. Einzig die etwas gar marmeladig wirkenden, eingekochten Früchte lassen an Süden denken (einen Moment lang vermutete ich blind Bandol!), der Wein hat aber definitiv internationales Format. Die herrlich rollenden Tannine deuten weitere Reserve an; insgesamt aber perfekt trinkreif.
Gesamturteil: Preis-Leistungs-Verhältnis der Superlative! 17/20
Kaletsch: Dunkles Rubin. Sehr würzige, verführerische Nase mit gekochten Beeren und Tabak, fast schon marmeladig. Am Gaumen endet die Schwelgerei: noch immer sehr präsente Tannine, die dem Wein zwar zusammen mit der Säure eine beeindruckende Länge verleihen, ihn aber am Ende etwas hart machen. Mokka- und Teernoten. Für einen Weltklassewein fehlt es etwas an Dichte, aber die Aromatik dieses Blends hat etwas! Die Gebrüder Argiolas sind Meister ihres Fachs.
Gesamturteil: Flaschenreifung zahlt sich aus! 17+/20
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La Digoine 2015

Bourgogne Côte Chalonnaise, Domaine de Villaine, Bouzeron
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 2/2020, eingereicht von Robert Bayard
Freudiger: Dunkles Rubin mit Violettreflexen und leichter Trübung. Sehr schöne, klassische Pinot-Noir-Nase mit verführerischen Waldbeeren. Stoffig, trinkig, gute Fruchtsüsse mit Himbeeren und dunklen Früchten, dazu ein stützendes Säurerückgrat. Charaktervoll, harmonisch mit charmantem Abgang. Ein unkomplizierter Trinkspass für Burgund-Fans und vor allem solche, die es werden wollen.
Gesamturteil: So macht Burgund Freude! 16/20
Kaletsch: Mittleres Purpur. Sehr einnehmende rotbeerige Nase (Himbeeren!) mit zurückhaltendem Toasting. Absolut sortentypisch. Am Gaumen setzt sich der Eindruck fort: überzeugende Struktur und perfekte Balance, ein homogener, mittellanger Burgunder mit erster Reifesüsse. Obwohl die Besitzer Pamela und Aubert de Villaine gleichzeitig Co-Eigentümer der legendären Domaine de la Romanée-Conti sind, ist dieser Wein nicht extrahiert und komplex, sondern gefällig.
Gesamturteil: Seriös und charmant. 17,5/20
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Chardonnay Schott 2014

Peter Schott, Bielersee AOC, Twann
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Chardonnay
Jahrgang: 2014
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 2/2020, eingereicht von Yves Beck
Freudiger: Sattes Gelb mit Bernsteinreflexen und etwas Reifefirn. Deutliche Rauchnoten in der Nase, dazu etwas Quitte. Am Gaumen viel Substanz, mit gelber Frucht und weissem Tee, druckvoll, in Ehren gealtert und von einer wunderschönen Säure zusammengehalten. Recht langer Abgang. Der Wein präsentiert sich aktuell in perfekter Trinkreife.
Gesamturteil: Bielersee vom Könner für Kenner. 17/20
Kaletsch: Helles Strohgelb mit minimalem orangen Reflexen. Sehr frisches Bouquet im klassischen Chardonnay-Stil (blind für einen Burgunder gehalten) mit Frucht und etwas Feuerstein. Steht noch immer unter dem Eindruck des gelungenen Barrique-Ausbaus (Toasting), den der Wein aber gut verträgt. Am Gaumen eine frische Säure und eine brillante Balance. Viel Substanz, eine beeindruckende Länge und im Abgang sogar leicht salzige Noten. Top-Vinifikation!
Gesamturteil: Ein Chardonnay internationaler Klasse. 17,5/20
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Devia

Low temperature distilled, 32%, Hello-Devia, Biel
Trauben: – (Basilikum)
Jahrgang: Early 2020 batch
Preis: CHF 49.– (70cl)
Degustiert: 2/2020, eingereicht von hello-devia.ch
Freudiger: Sehr helles, durchscheinendes Grün. Dem Glas entströmen angenehm herbale Noten: Fenchel, Thymian, Sternanis, aber auch eine Andeutung von Honig. Im Geschmack ist Devia sehr sauber und reintönig, auch wenn man nicht weiss, was man trinkt. Auch hier wird man an Herbales erinnert: Pfeffer, Brennessel, Salbei, die Triebe junger Tomaten. Dazu kommen sehr klare und sehr frische Noten von Pfefferminz und Eukalyptus. Gegen Schluss befeuert eine äusserst anregende Bitternote den Trinkfluss. Mit Sicherheit ein toller Partner für Drinks.
Gesamturteil: : Auch pur genossen ein geheimnisvolles Vergnügen.
Kaletsch: Transparentes, helles Grün mit bläulichem Einschlag. Sehr kräuterige Nase mit Lavendel, Anis, Tannentrieben und sogar Pfefferminze, in der Aromatik am ehesten mit Absinthe vergleichbar. Am Gaumen medizinal, aber deutlich weniger scharf als Absinthe. Spannende Aromatik mit Süssholz, Lakritz und Bärlauch, die auch an ein Pesto erinnert. Im Abgang gefällt die Bitternote, die Devia sowohl zum Apéritif-(Mix)Getränk, als auch zum Digestif prädestiniert.
Gesamturteil: Pesto zum Trinken: just try!
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Cabernet Sauvignon Alter Satz 2012

Weingut Amsee, Burgenland, Pirker/Preisinger, Gols
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 45.–
Degustiert: 2/20, eingereicht von Guy Lorétan
Freudiger: Tiefdunkles Rot. Die Eukalyptus-Gummibärchennase lässt zunächst Übersee vermuten. Das scheint bestätigt zu werden durch eine etwas gar ausladende Marmeladigkeit, die an einen (grossen!) Aussie-Shiraz denken lässt. Aristokratische Klasse, stoffige Eleganz, holzgeprägte Dichtheit. Vor allem in der Mitte etwas gar viel Holz, kompromisslos modern vinifizierter Cabernet. Aber in diesem Fall lässt man sich das gern gefallen…
Gesamturteil: Gewaltiger Stoff 19-/20
Kaletsch: Tiefdunkles Rubinrot. Intensive Barrique-Nase mit viel schwarzbeeriger Frucht, Schokolade, Tabak, Kräutern, Minze und Eukalyptus, leicht ätherisch. Am Gaumen jugendlich und unglaublich dicht. Ein Wein in Babyschuhen, der modern und gleichzeitig klassisch wirkt. Am Gaumen gut eingebundene Tannine, tonnenweise Extrakt, Frucht und unendlich viel Power. Ein grosser Wein mit schier unbegrenztem Alterpotenzial. Eine absolute Trouvaille!
Gesamturteil: In 5–10 Jahren kaum zu toppen. 19-/20
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L’Abeille de Fieuzal 2015

Château de Fieuzal, Pessac-Léognan AC, Bordeaux
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 29.–
Degustiert: 2/20, eingereicht von Riegger AG
Freudiger: Dunkles Granat. Klassische Bordeaux-Nase mit etwas roter Peperoni und viel dunkler Frucht, die sich auch am Gaumen wiederfindet. Nach einem betörend süssfruchtigen Auftritt treten Brombeernoten auf, begleitet von Mocca. Tolle Aromatik, recht üppig und erstaunlich breitschultrig. Der Wein präsentiert sich verblüffend trinkreif, mit Bordeaux-Aromatik bis zum Abwinken. Einzig im eher kurzen Abgang zeigt sich ein Abstand zum Erstwein des Gutes.
Gesamturteil: Ein toller, sehr bezahlbarer Bordeaux-Spass nicht nur für Einsteiger: 17-/20
Kaletsch: Dunkles Purpur. Verführerisch-reife und würzige Nase im Bordeaux-Stil mit Frucht, etwas Teer und Leder. Am Gaumen die grosse Überraschung: bereits jetzt zugänglich und damit (auch) ein Wein für Gastronomie-Betriebe. Mittlere Länge und feine Tannine, die sich erst am Schluss bemerkbar machen. Ein klassischer Bordeaux, der auf «ready to drink» getrimmt ist.
Gesamturteil: Wer keinen Keller zum Lagern hat: zugreifen! 17/20
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Phaunus 2017 (Pet Nat)

Vinho Espumante Branco, Vasco Croft, Casal do Paço Padreiro, Arcos de Valdevez, Portugal
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Loureiro
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 20.–
Degustiert: 2/20
Freudiger: Dunkles, etwas mattes und leicht trübes Gelb. Beim Einschenken munterer Schaum, dann aber keine Bläschen. Man riecht Brioche à discrétion, dazu Apfel, Quitten und Stachelbeere. Am Gaumen easy, charmant, mundfüllend, knochentrocken, mit deutlichen Apfelnoten, die immer deutlicher werden. Man beginnt schon fast Apfelsorten aufzuzählen. Der Abgang dominiert von einer zarten Säure.
Gesamturteil: Organisch, aber charmant: 15/20
Kaletsch: Mittleres Orangegelb mit leichter Trübung. Sehr frische, einladende Nase mit Apfel- und Aprikosenaromen, schwache Perlage. Auch am Gaumen frisch, mit aufregender Struktur, die alles andere als homogen wirkt. Süffig und ohne störende Säure, leicht salziger Abgang. Mitreissende, sehr lebendige Aromatik, die aus diesem Naturwein mit 11 Prozent Alkohol ein neuartiges, sehr erfreuliches Schaumwein-Trinkerlebnis macht.
Gesamturteil: So macht PetNat (Pétillant naturel) Freude: 17-/20
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