Pinot Noir Keller am See 2015

Keller am See, Bielersee AOC, Christian Dexl, Bipschal
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 28.–
Degustiert: 12/2019
Freudiger: Durchscheinendes Granat mit Braunreflexen (!), zurückhaltende aber edle, eichen-parfümierte Pinot-Nase mit Waldfrüchten und etwas Herbstlaub; leicht störender Alkoholton. Im ersten Eindruck burgundisch warm, mit zarter Frucht. Dann mundfüllend-stoffig und zunehmend mächtig wirkend. Holz gut eingebunden, schöne Struktur. Gute Substanz, hat noch Potenzial.
Gesamturteil: Untypisch für den See, aber das lässt man sich gefallen 16+/20
Kaletsch: Mittelhelles Rot mit bräunlichem Einschlag. Defensive Nase mit dominierender Holznote, etwas Frucht und einem Anflug von Aceton, wirkt aktuell eher reduktiv. Am Gaumen überraschen die breite Aromatik und die respektable Länge. Schönes Gerbstoffgerüst. Wirkt für einen Pinot Noir vom Bielersee eher kräftig und wild. Hat durchaus noch Potenzial und pfeift ganz offensichtlich auf aristokratische Eleganz.
Gesamturteil: Beweist nicht nur mit der Etikette Stil: 17–/20
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La Croisade Réserve 2018

IGP Pays d’Oc, Union de Producteurs de Cruzy, Cébazyn
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Syrah
Jahrgang: 2018
Preis: Ca. CHF 12.–
Degustiert: 12/2019, eingereicht von Weinkeller Riegger
Freudiger: Dunkel funkelndes Rot. Würzige Nase mit Bouillonnoten. Fröhlicher Auftakt ohne viel Aufhebens, gradlinig. Rotfruchtig, unkompliziert, mit Belüftung intensiver werdend. Sehr sauber. Syrah dominiert, Cabernet Sauvignon trägt charmante Gefälligkeit bei. Die regionaltypischen Noten werden nach einiger Zeit im Glas intensiver. Am Schluss tummelt sich im Hintergrund etwas Gerbstoff. Sehr modern gemacht; extrem viel Wein für kleine Budgets!
Gesamturteil: Let’s have a party: 15,5/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot mit feinen violetten Schimmern. Frische, primärfruchtige und junge Nase im Rhone-Stil mit leichtem Einschlag von neuer Welt. Am Gaumen überraschend breit und mundfüllend, mit präsenten, aber nie störenden Gerbstoffen und stützender Säure. Erstaunlich homogen und durchaus würzig, die Länge fehlt jedoch etwas. Ein Wein, der trotz moderner Machart nie billig wirkt.
Gesamturteil: Zum sofortigen Genuss: 15,5/20
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Clos des Chênes 2018

Chasselas Lac de Bienne AOC, Auberson & Fils, La Neuveville
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Chasselas
Jahrgang: 2018
Preis: Ca. CHF 14.–
Degustiert: 12/2019
Freudiger: Recht sattes Strohgelb mit grünlichen Reflexen. Intensivfruchtige Nase mit Birne, Johannisbeeren und Quitte; dazu Lindenblüte. Recht opulenter Auftritt mit viel Quitte und weiteren gelben Früchten. Verhaltene aber recht muntere Säure, steht senkrecht im Glas, guter Grip. Der Wein ist sehr frisch, am mittleren Gaumen eher schlank, guter Trinkfluss, mittlerer Abgang.
Gesamturteil: Ein Bilderbuch-Chasselas vom Bielersee 15,5/20
Kaletsch: Helles Gelb mit leichtem orange-grünlichen Schimmer. Sehr sortentypische Nase mit Hefe, Zitrus- und deutlicher Birnennote. Für eine relativ neutrale Traubensorte ist diese Aromatik überraschend. Am Gaumen frisch, mit zurückhaltender Säure. Wirkt nie trocken. Eher leicht, mit maximal mittlerem Körper.
Gesamturteil: Gefälliger Apérowein: 15,5/20
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Conca Tre Pile 2016

Barbera d’Alba DOC, Poderi Aldo Conterno, Monforte d’Alba
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Barbera
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 38.–
Bezugsquelle: La Passion du Vin
Degustiert: 12/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Düsteres Barbera-Rot, ins Rostige spielend. Duft von hellen und dunklen Kirschen. Am Gaumen taucht aus der Tiefe eine massive Fruchtarmada auf, dazu meint man Deodatos Version von «Also sprach Zarathustra» zu hören (yep, googeln). Wagenladungen voller komplexer Frucht, wild und ungestüm, gleichzeitig aber auch nobel. Seidene Textur, mächtige Tannine, Stoff für 5, 6, nein, 10 Jahre. Augen zu und geniessen: Piemont at it’s best.
Gesamturteil: My precioussss… In einigen Jahren 19/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot. Sehr intensive Nase mit viel schwarzbeeriger Frucht. Am Gaumen Power, Mineralität und eine extraktreiche Stoffigkeit. Die Tannine sind massiv, aber nicht grobschlächtig, die Struktur ist dank der fantastischen Säure beeindruckend. Kompromisslos und beeindruckend vinifiziert, noch ohne jegliche Barbera-Reifesüsse. Ein Wein mit atemberaubender Länge und viel Potenzial, nichts für Anfänger!
Gesamturteil: Vin de Garde für KennerInnen: 18 (Potenzial 19–/20)
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Journeys End Arrival Shiraz 2004

Ben Riggs, McLaren Vale, Australien
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Shiraz
Jahrgang: 2004
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 12/2019
Freudiger: Die dunkle Seite des Syrah. Betörende Heidelbeer-Pflaumen-Nase mit Klecksen von Biberfladen-Marzipan. Typischer Aussie-Shiraz, wuchtig mit viel Substanz. Geschmeidige Textur, leichter Gummibärchen-Touch, aber gekonnt vinifiziert mit schön eingebundener Eiche. Noch sehr frisch und präsent, keinerlei Alterstöne. Ein sanft lächelnder Darth Vader im Anzug mit seidenem Einstecktuch. Zweifellos ambitioniert gemacht, aber nicht mein Ding.
Gesamturteil: Hello from the other side: 18,5/20
Kaletsch: Mittleres Purpur mit aufhellenden Rändern. Sehr einnehmende Nase mit viel dunkelbeeriger Frucht, ersten Reifenoten und leicht rosinigen Anklängen wie bei guten Amaroneweinen. Am Gaumen wunderbar rund: tolle Intensität, viel Extrakt, gutes Säurerückgrat und das alles in perfekter Balance. Ohne jeglichen Störfaktor und mit sensationeller Länge: ein echtes Genussmonster zum Zurücklehnen.
Gesamturteil: Am Anfang der Genussphase: 18,5/20 (Potenzial: 19–)
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Alagea 2016

Pago Casa Gran S.L., DOP Valencia, Spanien
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 50% Syrah, 40% Monastrell, 10% Garnacha-Tintonera
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 10/2019, eingereicht von Delinat
Freudiger: Schwarzes Granat. Komplexe, schwer zu interpretierende Nase, zunächst stinkig, dann langsam besser. Verheissungsvoller, druckvoller Start mit viel frischer Frucht, danach fehlt dem Wein die Substanz, alles wirkt etwas dünn, dazu aber noch recht deftige Gerbstoffe. Zu diesem sensationellen Preis allerdings ein leichtfüssiger Sommerwein für 2020.
Gesamturteil: Aufreissen, sobald die Grills wieder angeworfen werden: 16/20
Kaletsch: Dunkles Rubinrot. Vielfruchtige Nase mit Vanille und Zedernholz, die an einen St-Estèphe erinnert. Am Gaumen sehr dicht und intensiv: markante Säure, feine Gerbstoffe und viel Power. Auch die 14% Alkohol machen sich bemerkbar. Ein Wein mit erstaunlicher Länge und viel Power, der noch ein gutes Stück von seiner besten Genussreife entfernt ist.
Gesamturteil: Spanien kann Barrique: 16,5/20
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Tinto Valbuena 5 2004

Vega Sicilia, DOP Ribera del Duero, Spanien
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 90% Tempranillo, 10% Merlot und Malbec
Jahrgang: 2004
Preis: Ca. CHF 125.–
Degustiert: 10/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Dunkles Kirschrot. Geheimnisvolle, komplexe und tiefgründige Düfte mit Cassis, Leder, Lakritze, Graphit und etwas Bouillon. Noblesse pur mit schöner Fruchtsüsse, dann sehr gut strukturiert, toller Extrakt, Kaffee, schwarze Schokolade und erneut viel Frucht. Einzig im Abgang könnte man kleine Abstriche machen, hier dominiert die Säure. Der Wein ist trinkreif hat aber durchaus noch Reserve.
Gesamturteil: Grosses Kino: 19/20
Kaletsch: Sattes Purpur mit kaum aufhellenden Rändern. Sehr holzbetonte, vielseitige dunkelfruchtige Nase mit Tabak und mystischen Reifearomen. Auch am Gaumen bereits einnehmende Reifearomen, sehr dicht und unendlich lang. Trotz viel Extrakt nichts Störendes, perfekte Struktur und äusserst harmonisch. Erst ganz am Schluss ein paar Gerbstoffe, die mit Nachdruck auf die lange Lagerfähigkeit aufmerksam machen.
Gesamturteil: Schlicht und einfach Weltklasse! 19-/20
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Les Mûriers 2014

Château Duvivier, Côteaux Varois en Provence, Frankreich
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 50% Syrah, 45% Cabernet Sauvignon, 5% Grenache
Jahrgang: 2014
Preis: Ca. CHF 26.–
Degustiert: 10/2019, eingereicht von Delinat
Freudiger: Dunkles Purpur. Klassische Provence-Düfte mit würzig-kräuterigen Garrigue-Klängen. Am Gaumen ist der Syrah mit fleischigen und pfefferigen Tönen zu erahnen, mit zunehmender Belüftung zeigt sich aber auch der Cabernet. Gute Textur, homogen, auf der eleganten Seite. Ein harmonischer, in sich ruhender Wein mit schönem Säurerückgrat. Die bereits jetzt entspannt wirkenden Tannine dürften dafür sorgen, dass der Wein noch etwas zulegt.
Gesamturteil: Beine hochlagern, vous êtes en Provence! 17,5/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot. Traumhaft schöne, bereits erstaunlich reife Nase im Bordeaux-Blend-Stil. Der Cabernet dominiert die Aromatik. Auch am Gaumen beeindruckend: perfekt eingebundene Gerbstoffe, genügend Extrakt, schöner Schmelz und trotzdem eine beachtliche Länge. Ein brillanter Wein, der sich nicht mit billigen Reizen anbiedert, sondern mit nobler Zurückhaltung und klassisch-aristokratischer Stilistik überzeugt. Macht bereits jetzt sehr viel Spass.
Gesamturteil: Absolute Kaufempfehlung! 18/20
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Vale de Camelos Reserva 2016

Quinta Vale de Camelos, Vinho Regional Alentejano, Portugal
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 59% Syrah, 23% Alicante Bouscet, 18% Aragoñez
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 10/2019, eingereicht von Delinat
Freudiger: Dunkles Kirschrot mit Violettreflexen. Dem Glas entströmen Konfitüre- und Zwetschgenkompottnoten. Im ersten Moment kräftig mit viel Substanz, wirkt aber sofort auch sehr herb. Bereits auf der Zunge machen es sich ruppige Tannine gemütlich – und gehen nicht mehr weg. Daneben zeigt sich ein komplexer Gaumen mit viel dunkler Waldfrucht, eingekocht, viel Holz. Der Abgang – wie nicht anders zu erwarten – adstringierend. Es ist unklar, ob der Wein diese Tannine je in den Griff bekommt. Aktuell braucht er ein echt deftiges Essen als Begleitung.
Gesamturteil: Wohin führt der Weg? 16-/20
Kaletsch: Pupurrot mit ersten Brauntönen. In der Nase eine sehr frische Fruchtaromatik mit ersten Reifenoten und würzigen Anklängen vom Toasting. Am Gaumen setzt sich die wilde und breite Aromatik fort: üppige Frucht, etwas alkoholisch wirkend, dazu kommen deutliche Bitternoten und adstringierende Gerbstoffe. Ein rustikaler, einfacher Wein ohne Subtilität.
Gesamturteil: Wers wild und ungeschliffen mag... 15,5/20
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Mennas 2013

Dinoso Kellerei, Hans-Peter Baumann, Turtmann, Wallis
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Mennas (Gewürztraminer x Gwäss)
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 10/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Diese interessante Eigenzüchtung zeigt ein Intensives, eindrückliches Gelb. In der Nase deutliche (Ge-)Würznoten mit Curry und Paprika, dazu viel Holz. Letzteres dominiert auch den Körper. Da ist aber auch viel Stoff, von Johannisbeeren und Aprikose geprägte Fruchtsüsse, breit mit cremiger Textur, schöne Eichenholzwürze mit Honig, gut stützende Säure, insgesamt durchaus elegant.
Gesamturteil: Hier bekommt man sehr viel Wein fürs Geld: 17+/20
Kaletsch: Sattes Gelb mit leicht grünlichen und orangen Reflexen. In der Nase frisch und sehr aromatisch, zuerst Anflüge von Gewürztraminer-Fruchtigkeit, danach Holznoten und sogar verbranntes Gummi im Stile eines Riesling. Am Gaumen ein wuchtiges Säuregerüst, stahlhart und ohne Restsüsse ausgebaut. Sehr konsequent vinifiziert, intensive Aromatik und ein überraschend langer Abgang.
Gesamturteil: Sehr beachtlicher Vin de Garde: 17/20
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Vigna Marziacanale 2005

Vinosia, DOC Irpinia Aglianico, Kampanien, Italien
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Aglianico
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 35.–
Degustiert: 10/2019
Freudiger: Eine Farbe wie eine Nacht im Wald. Düfte nach Rumtopf mit seit 100 Jahren eingelegten Rosinen, mit Honig übergossen. Ähnlich am Gaumen; Himbeer-Cassis-Grenadine-Sirup mit anoxidierten Rosinen, dazu in Kaffeesatz gegerbtes Leder, für mich alles much too much. Im Abgang mit schön eingebundenen Tanninen. Irgendwie ein Anfängerwein, aber mit seinen Port-artigen Klängen auch gross. Verwirrend.
Gesamturteil: Für mich persönlich nicht zu bewerten. Irgendwo zwischen 14 und 20/20
Kaletsch: Undurchdringliches, tiefdunkles Purpur. Sehr reife, opulente Nase mit gekochten Früchten, die an einen Portwein mahnen. Erste Tertiäraromen und minimal oxidativ, Kritiker würden wohl von «brandig» sprechen. Am Gaumen viel Extrakt und ruppig-grasige Gerbstoffe, die aber jetzt eingebunden sind und nicht mehr stören. Ein Wein, den René Gabriel als «Italo-Grange» bezeichnet und mit 20/20 bewertet hat. Luca Maroni vergab 97 Punkte.
Gesamturteil: Für Portwein-Liebhaber sexy: 18-/20
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The velvet devil 2016

Charles Smith Wines, Mattawa, Washington State, USA
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 91 % Merlot, 9% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 17.–
Degustiert: 10/2019
Freudiger: Klassisches Bordeaux-Rot, verhaltene, eher rotfruchtige Nase. Am Gaumen klare, gradlinige Merlotfrucht ohne Ecken und Kanten. Sehr gefällig, durchaus elegant, keine Neue-Welt-Opulenz, keine Aufdringlichkeit aber auch ein wenig eindimensional und auf etwas ordinäre Weise schön. So mag sich ein Jüngling ein französisches Edelnüttchen vorstellen. (Ich weiss, ich weiss, ich geh mir das Maul mit Seife auswaschen).
Gesamturteil: Samt ist da, aber wo zum Teufel ist der Teufel? 16/20
Kaletsch: Mittleres Rubin. Verlockende, aber eher zurückhaltende Nase, die nicht zwingend den Merlot zu erkennen gibt. Am Gaumen schöne Beerenaromatik, samtige (sic!) Tannine und eine beinahe schon noble Eleganz. Nichts von opulenter Beerenfrucht und Extraktexzessen, wie man es US-Weinen gerne vorwirft. Sehr gefällig und gekonnt vinifiziert. Ein erstaunlicher Trinkspass in dieser Preiskategorie.
Gesamturteil: Charles Smith rules! 17/20
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Insoglio del cinghiale 2017

Tenuta di Biserno, IGT Toscana, Bibbona, Italien
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Syrah, Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 10/2019
Freudiger: Sehr dunkles Rubin. Nase komplex, tiefgründig mit Cassis und etwas Holzleim. Wuchtig-konfitüriger Auftritt, begleitet von einer guten Säure. Insgesamt fehlt es etwas an Eleganz. Abgang fällt etwas kurz und etwas gar herb aus, es ist ja aber auch noch ein Jüngelchen von Wein. Alles in allem wird das in absehbarer Zeit zu einem gefälligen Saufwein und Spaghettibegleiter werden.
Gesamturteil: Supertoscanchen zum Minipreis: 16/20
Kaletsch: Dunkles Rubin mit minimal aufhellenden Rändern. Wunderbar fruchtige Barrique-Nase im Maremma-Stil: schwarze Beeren, Schokolade und Eichenholzwürze. Auch am Gaumen sehr gefällig: frisch und durch die Gerbstoffe noch sehr jugendlich, aber schön gemacht. Ein modern vinifizierter Wein mit sehr wenigen Abstrichen. Vielleicht die fehlende Dichte? Die Zeit wird es zeigen.
Gesamturteil: Sehr viel Super Tuscan für unglaublich wenig Geld, 17+/20
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Tao Piceno 2016

Sangiovanni DOP Superiore Piceno
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 70% Montepulciano, 30% Sangiovese
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 14.50
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Delinat
Freudiger: Intensives, dunkles Rot mit leichten Braunreflexen. Italienische Nase, würzige Düfte, sonnengetrocknete Kräuter, etwas alkoholisch. Ausserordentlich kräftiger Start. Zu marmeladig für meinen Geschmack, da hat man zu viel gewollt, denn die Komplexität hält mit den Rumtopffrüchten nicht ganz mit. Gleichzeitig hohe Säure, daher etwas unharmonisch. Extrem adstringierend, hinterlässt ein völlig ausgetrocknetes Mundgefühl. Biologisch-veganer Wein im Neue-Welt-Stil; aber aus den Marken. Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis.
Gesamturteil: Mit einem Eimer Wasser servieren. 15,5/20
Kaletsch: Dichtes Rubin mit helleren Rändern. Typisch würzige Nase im Toskana-Stil. Sehr dicht und stoffig. Viel Säure (vom Sangiovese) und eine beeindruckende Länge. Ein kräftiger Wein mit noch sehr adstringierenden Gerbstoffen und viel Power, bei dem vielleicht etwas zu sehr auf Extraktion gesetzt wurde. Entweder noch lagern oder lange vor dem Genuss dekantieren.
Gesamturteil: Auf die Entwicklung darf man gespannt sein. 16/20
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PARADIS 2017

Weinkellerei Hasler, Alfermée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 34.–
Bezugsquelle: Weinkellerei Hasler
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Weinkellerei Hasler
Freudiger: Helles, sehr einladendes Rot. Kirschnase mit Marzipananflügen. Betörend süsser Auftakt. Wickelt einen dann mit lässigem, äusserst elegantem Charme um den Finger. Ruhige, warme, burgundische Qualitäten, dazu Waldfrüchte. Schöne Textur, alles harmonisch vereint, erstaunlich trinkfertig. Eine weitere schöne Leistung von Lukas Hasler mit hohem Coolness-Faktor.
Gesamturteil: Überraschend trinkreifer Spass-Pinot vom Bielersee 17/20
Kaletsch: Helles, ins Ziegelrot ziehendes Rot mit ersten bräunlichen Reflexen. Frische, fruchtig-würzige Nase mit bereits schönen Reifearomen. Auch am Gaumen fast schon trinkreif: abgerundete Frucht- und Reifearomen, etwas rustikaler und zugänglicher als der «Enigma» aus dem gleichen Jahr. Weniger dicht, dafür bereits jetzt sehr gefällig. Ein eleganter Wein mit guter Balance und Länge, der ab 2021 seine perfekte Genussreife erreichen sollte.
Gesamturteil: Genusswein aus dem Hause Hasler: 17/20 (Potenzial 17,5)
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Crasto 2015

Quinta do Crasto, DOC Douro, Sabrosa
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Tinta Roriz, Tourriga Nacional, Tourriga Franca, Tinta Barroca
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 16.–
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Erich Nejedly
Freudiger: Undurchdringliches, tiefgründiges Bordeauxrot mit Purpurreflexen. Verhaltene Nase mit Waldfrüchten und erdigen Holznoten. Etwas scharfer Beginn mit viel Alkohol und schneidender Säure. Eher rotfruchtig, schlank, es fehlt ein bisschen an Substanz und Breite. Rustikale Gerbstoffe dominieren, im Hintergrund wirken aber tolle Fruchtnoten und eine recht komplexe Aromatik und Textur. Langer Abgang, derzeit aber noch etwas aufdringlich und holprig. Schwer einzuordnen.
Gesamturteil: Möglicherweise in einer schwierigen Phase. A suivre. 15/20
Kaletsch: Dunkles Purpur. Frische primärfruchtige Nase mit breiter Aromatik. Am Gaumen in der ersten Phase überraschend viel Substanz, in der zweiten Phase dann eher dünn. Die Tiefe fehlt. Schöne Aromatik mit Frucht und ersten Reifearomen, am Ende sorgen die Gerbstoffe aber für einen leicht bitter-herben Abgang.
Gesamturteil: Leichter Genusswein ohne Misstöne. 15,5/20
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Château Coulon 2017

Château Coulon 2017
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 40% Syrah, 30% Carignan, 20% Mourvèdre, 10% Grenache
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Delinat
Freudiger: Dunkles Kirschrot. Südlich-würzige, aber auch blumige Nase. Eleganter Auftritt mit schöner Frucht. Am Gaumen hat die Frucht gegen die recht hohe Säure derzeit wenig Chancen. Mittellanger Abgang, recht viele Gerbstoffe, derzeit noch etwas ruppig und ziemlich adstringierend, das dürfte sich aber geben. Etwas oberflächlich und eindimensional, aber zweifellos ein netter Essensbegleiter und mittelfristig ein herrlicher Saufwein.
Gesamturteil: Solider, gefälliger Tischwein ohne allzu viel Tiefgang: 15/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit helleren Rändern. Frische, vielversprechende Nase mit schönen Reifearomen und leicht grasig-gerbstoffigen Anklängen. Der Syrah-Anteil ist deutlich zu erkennen. Am Gaumen überraschend breit, allerdings aktuell noch etwas gerbstofflastig und adstringierend. Extrakt und Länge fehlen etwas, sind für diesen Preis aber auch nicht zu erwarten.
Gesamturteil: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: 16–/20
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Trentasei 2003

DOC Merlot del Ticino, Gialdi, Mendrisio
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2003
Preis: Ca. CHF 125.–
Degustiert: 8/2019
Freudiger: Tolles, tiefdunkles Rubin ohne jede Altersnote. Schön gereifte Nase mit viel Rosinen und leicht anmaderisierter Holzwürze. Am Gaumen betörend tiefgründig, sehr vielschichtig, breitschultrige Frucht, sehr stoffig, auch im Mundgefühl grosse Klasse. Wahnsinnig viel Extrakte, erstaunlich vife Säure. Irgendwo zwischen Pomerol und Kalifornien einzuordnen. Wirkt am vorderen Gaumen zunächst vollkommen trinkreif, aber im Abgang heisst es dann forsch: Zuwarten!
Gesamturteil: Wird seinem guten Ruf vollauf gerecht. 18,5/20
Kaletsch: Tiefdunkles, fast schwarzes Rubin. Fruchtig-reife Nase im Bordeaux-Stil mit rosinigen und ersten minimal-oxidativen, animalischen Anklängen sowie schöner Eichenholzwürze. Am Gaumen unglaublich straight: dicht, stoffig und unendlich lang. Ein Powerwein in Babykleidern, der sicher noch 20 Jahre gelagert werden kann! Ganz am Anfang seiner Genussreife.
Gesamturteil: Ein Weltklassewein mit 36 Monaten Barrique-Ausbau. 18+/20 (Potenzial 19–)
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Octoglaive 2017

Païen, AOC Valais, Domaine Cornulus, AOC Valais
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Savagnin (Païen)
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 19.–
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Pascal Käser
Freudiger: Recht dunkles Strohgelb mit Grünreflexen. In der Nase Stachelbeeren und weisse Johannisbeeren. Breitschultriger, cremiger Auftritt mit sehr viel Stoff. Recht viel eichenduftiges Holz aber auch schöne gelbfruchtige Noten. Später breitet sich eine tolle Mineralität aus. Schöne Säure, sehr langer Abgang. Speisebegleiter mit beträchtlichem Potenzial; das Holz wird sich zweifellos noch einbinden. Würdevoller Vertreter der Heida/Païen/Savagnin-Spezies. Auf die Entwicklung darf man gespannt sein.
Gesamturteil: Sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis; Potenzial 17,5/20
Kaletsch: Mittleres Strohgelb mit orangen Reflexen. Zarte Nase mit Frucht und einer schönen Eichenholz-Barriquenote im Stile eines Chardonnays. Am Gaumen viel Power: Säure, Extrakt und eine beeindruckende Länge. Ein absolut krasses Gerüst! Die Traubensorte Savagnin zeigt sich momentan nur im leicht bitter-salzigen Abgang. Definitiv ein Vin de garde mit viel Potenzial.
Gesamturteil: Aktuell 16, aber Potenzial für 17,5/20
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Reserva Martí 2012

Albet i Noya, DO Penedès, Subirats
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 45% Merlot, 25% Ull de Llebre (Tempranillo), 20% Syrah, 10% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2012
Preis: CHF 37.50
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Delinat
Freudiger: Düsteres Kirschrot mit aufhellenden Rändern. Reife Nase mit würzigen Noten aber auch besorgniserregenden, rosiniert-oxidativen Klängen. Wuchtiger Beginn mit sehr geschmeidiger Textur und gewaltigen Fruchtnoten. Sehr substanzreich, die Bordeaux-Sorten drücken durch. Schöne Cremigkeit, gleichzeitig betörend frisch und vif – im Gegensatz zur Nase keine Spur von Alter. Langer Abgang mit leichten Vanillenoten. Präsentiert sich bereits wunderschön, dürfte aber erst in vier, fünf Jahren voll auftrumpfen.
Gesamturteil: Ein Biowein der Extraklasse 18/20
Kaletsch: Dunkles, dichtes Rubin mit ersten Brauntönen am Rand. Traumhaft reife Barrique-Nase mit Vanille, Dörrpflaumen und viel Frucht. Die leicht alkoholisch-rosinige Note passt perfekt dazu: ein Bouquet zum Niederknien! Am Gaumen dann viel Power, Extrakt und eine tolle Länge: alles, was ein guter Wein braucht. Allerdings aktuell noch sehr, sehr jugendlich. Wer wartet, wird belohnt: braucht sicher noch 5–10 Jahre Lagerung.
Gesamturteil: Eine echte Trouvaille zum Lagern 17/20 (Potenzial 18+/20)
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