Vale de Camelos Reserva 2016

Quinta Vale de Camelos, Vinho Regional Alentejano, Portugal
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 59% Syrah, 23% Alicante Bouscet, 18% Aragoñez
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 10/2019
Freudiger: Dunkles Kirschrot mit Violettreflexen. Dem Glas entströmen Konfitüre- und Zwetschgenkompottnoten. Im ersten Moment kräftig mit viel Substanz, wirkt aber sofort auch sehr herb. Bereits auf der Zunge machen es sich ruppige Tannine gemütlich – und gehen nicht mehr weg. Daneben zeigt sich ein komplexer Gaumen mit viel dunkler Waldfrucht, eingekocht, viel Holz. Der Abgang – wie nicht anders zu erwarten – adstringierend. Es ist unklar, ob der Wein diese Tannine je in den Griff bekommt. Aktuell braucht er ein echt deftiges Essen als Begleitung.
Gesamturteil: Wohin führt der Weg? 16-/20
Kaletsch: Pupurrot mit ersten Brauntönen. In der Nase eine sehr frische Fruchtaromatik mit ersten Reifenoten und würzigen Anklängen vom Toasting. Am Gaumen setzt sich die wilde und breite Aromatik fort: üppige Frucht, etwas alkoholisch wirkend, dazu kommen deutliche Bitternoten und adstringierende Gerbstoffe. Ein rustikaler, einfacher Wein ohne Subtilität.
Gesamturteil: Wers wild und ungeschliffen mag... 15,5/20
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Vigna Marziacanale 2005

Vinosia, DOC Irpinia Aglianico, Kampanien, Italien
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Aglianico
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 35.–
Degustiert: 10/2019
Freudiger: Eine Farbe wie eine Nacht im Wald. Düfte nach Rumtopf mit seit 100 Jahren eingelegten Rosinen, mit Honig übergossen. Ähnlich am Gaumen; Himbeer-Cassis-Grenadine-Sirup mit anoxidierten Rosinen, dazu in Kaffeesatz gegerbtes Leder, für mich alles much too much. Im Abgang mit schön eingebundenen Tanninen. Irgendwie ein Anfängerwein, aber mit seinen Port-artigen Klängen auch gross. Verwirrend.
Gesamturteil: Für mich persönlich nicht zu bewerten. Irgendwo zwischen 14 und 20/20
Kaletsch: Undurchdringliches, tiefdunkles Purpur. Sehr reife, opulente Nase mit gekochten Früchten, die an einen Portwein mahnen. Erste Tertiäraromen und minimal oxidativ, Kritiker würden wohl von «brandig» sprechen. Am Gaumen viel Extrakt und ruppig-grasige Gerbstoffe, die aber jetzt eingebunden sind und nicht mehr stören. Ein Wein, den René Gabriel als «Italo-Grange» bezeichnet und mit 20/20 bewertet hat. Luca Maroni vergab 97 Punkte.
Gesamturteil: Für Portwein-Liebhaber sexy: 18-/20
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The velvet devil 2016

Charles Smith Wines, Mattawa, Washington State, USA
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 91 % Merlot, 9% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 17.–
Degustiert: 10/2019
Freudiger: Klassisches Bordeaux-Rot, verhaltene, eher rotfruchtige Nase. Am Gaumen klare, gradlinige Merlotfrucht ohne Ecken und Kanten. Sehr gefällig, durchaus elegant, keine Neue-Welt-Opulenz, keine Aufdringlichkeit aber auch ein wenig eindimensional und auf etwas ordinäre Weise schön. So mag sich ein Jüngling ein französisches Edelnüttchen vorstellen. (Ich weiss, ich weiss, ich geh mir das Maul mit Seife auswaschen).
Gesamturteil: Samt ist da, aber wo zum Teufel ist der Teufel? 16/20
Kaletsch: Mittleres Rubin. Verlockende, aber eher zurückhaltende Nase, die nicht zwingend den Merlot zu erkennen gibt. Am Gaumen schöne Beerenaromatik, samtige (sic!) Tannine und eine beinahe schon noble Eleganz. Nichts von opulenter Beerenfrucht und Extraktexzessen, wie man es US-Weinen gerne vorwirft. Sehr gefällig und gekonnt vinifiziert. Ein erstaunlicher Trinkspass in dieser Preiskategorie.
Gesamturteil: Charles Smith rules! 17/20
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Insoglio del cinghiale 2017

Tenuta di Biserno, IGT Toscana, Bibbona, Italien
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Syrah, Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 10/2019
Freudiger: Sehr dunkles Rubin. Nase komplex, tiefgründig mit Cassis und etwas Holzleim. Wuchtig-konfitüriger Auftritt, begleitet von einer guten Säure. Insgesamt fehlt es etwas an Eleganz. Abgang fällt etwas kurz und etwas gar herb aus, es ist ja aber auch noch ein Jüngelchen von Wein. Alles in allem wird das in absehbarer Zeit zu einem gefälligen Saufwein und Spaghettibegleiter werden.
Gesamturteil: Supertoscanchen zum Minipreis: 16/20
Kaletsch: Dunkles Rubin mit minimal aufhellenden Rändern. Wunderbar fruchtige Barrique-Nase im Maremma-Stil: schwarze Beeren, Schokolade und Eichenholzwürze. Auch am Gaumen sehr gefällig: frisch und durch die Gerbstoffe noch sehr jugendlich, aber schön gemacht. Ein modern vinifizierter Wein mit sehr wenigen Abstrichen. Vielleicht die fehlende Dichte? Die Zeit wird es zeigen.
Gesamturteil: Sehr viel Super Tuscan für unglaublich wenig Geld, 17+/20
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Tao Piceno 2016

Sangiovanni DOP Superiore Piceno
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 70% Montepulciano, 30% Sangiovese
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 14.50
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Delinat
Freudiger: Intensives, dunkles Rot mit leichten Braunreflexen. Italienische Nase, würzige Düfte, sonnengetrocknete Kräuter, etwas alkoholisch. Ausserordentlich kräftiger Start. Zu marmeladig für meinen Geschmack, da hat man zu viel gewollt, denn die Komplexität hält mit den Rumtopffrüchten nicht ganz mit. Gleichzeitig hohe Säure, daher etwas unharmonisch. Extrem adstringierend, hinterlässt ein völlig ausgetrocknetes Mundgefühl. Biologisch-veganer Wein im Neue-Welt-Stil; aber aus den Marken. Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis.
Gesamturteil: Mit einem Eimer Wasser servieren. 15,5/20
Kaletsch: Dichtes Rubin mit helleren Rändern. Typisch würzige Nase im Toskana-Stil. Sehr dicht und stoffig. Viel Säure (vom Sangiovese) und eine beeindruckende Länge. Ein kräftiger Wein mit noch sehr adstringierenden Gerbstoffen und viel Power, bei dem vielleicht etwas zu sehr auf Extraktion gesetzt wurde. Entweder noch lagern oder lange vor dem Genuss dekantieren.
Gesamturteil: Auf die Entwicklung darf man gespannt sein. 16/20
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PARADIS 2017

Weinkellerei Hasler, Alfermée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 34.–
Bezugsquelle: Weinkellerei Hasler
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Weinkellerei Hasler
Freudiger: Helles, sehr einladendes Rot. Kirschnase mit Marzipananflügen. Betörend süsser Auftakt. Wickelt einen dann mit lässigem, äusserst elegantem Charme um den Finger. Ruhige, warme, burgundische Qualitäten, dazu Waldfrüchte. Schöne Textur, alles harmonisch vereint, erstaunlich trinkfertig. Eine weitere schöne Leistung von Lukas Hasler mit hohem Coolness-Faktor.
Gesamturteil: Überraschend trinkreifer Spass-Pinot vom Bielersee 17/20
Kaletsch: Helles, ins Ziegelrot ziehendes Rot mit ersten bräunlichen Reflexen. Frische, fruchtig-würzige Nase mit bereits schönen Reifearomen. Auch am Gaumen fast schon trinkreif: abgerundete Frucht- und Reifearomen, etwas rustikaler und zugänglicher als der «Enigma» aus dem gleichen Jahr. Weniger dicht, dafür bereits jetzt sehr gefällig. Ein eleganter Wein mit guter Balance und Länge, der ab 2021 seine perfekte Genussreife erreichen sollte.
Gesamturteil: Genusswein aus dem Hause Hasler: 17/20 (Potenzial 17,5)
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Crasto 2015

Quinta do Crasto, DOC Douro, Sabrosa
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Tinta Roriz, Tourriga Nacional, Tourriga Franca, Tinta Barroca
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 16.–
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Erich Nejedly
Freudiger: Undurchdringliches, tiefgründiges Bordeauxrot mit Purpurreflexen. Verhaltene Nase mit Waldfrüchten und erdigen Holznoten. Etwas scharfer Beginn mit viel Alkohol und schneidender Säure. Eher rotfruchtig, schlank, es fehlt ein bisschen an Substanz und Breite. Rustikale Gerbstoffe dominieren, im Hintergrund wirken aber tolle Fruchtnoten und eine recht komplexe Aromatik und Textur. Langer Abgang, derzeit aber noch etwas aufdringlich und holprig. Schwer einzuordnen.
Gesamturteil: Möglicherweise in einer schwierigen Phase. A suivre. 15/20
Kaletsch: Dunkles Purpur. Frische primärfruchtige Nase mit breiter Aromatik. Am Gaumen in der ersten Phase überraschend viel Substanz, in der zweiten Phase dann eher dünn. Die Tiefe fehlt. Schöne Aromatik mit Frucht und ersten Reifearomen, am Ende sorgen die Gerbstoffe aber für einen leicht bitter-herben Abgang.
Gesamturteil: Leichter Genusswein ohne Misstöne. 15,5/20
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Château Coulon 2017

Château Coulon 2017
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 40% Syrah, 30% Carignan, 20% Mourvèdre, 10% Grenache
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Delinat
Freudiger: Dunkles Kirschrot. Südlich-würzige, aber auch blumige Nase. Eleganter Auftritt mit schöner Frucht. Am Gaumen hat die Frucht gegen die recht hohe Säure derzeit wenig Chancen. Mittellanger Abgang, recht viele Gerbstoffe, derzeit noch etwas ruppig und ziemlich adstringierend, das dürfte sich aber geben. Etwas oberflächlich und eindimensional, aber zweifellos ein netter Essensbegleiter und mittelfristig ein herrlicher Saufwein.
Gesamturteil: Solider, gefälliger Tischwein ohne allzu viel Tiefgang: 15/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit helleren Rändern. Frische, vielversprechende Nase mit schönen Reifearomen und leicht grasig-gerbstoffigen Anklängen. Der Syrah-Anteil ist deutlich zu erkennen. Am Gaumen überraschend breit, allerdings aktuell noch etwas gerbstofflastig und adstringierend. Extrakt und Länge fehlen etwas, sind für diesen Preis aber auch nicht zu erwarten.
Gesamturteil: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: 16–/20
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Trentasei 2003

DOC Merlot del Ticino, Gialdi, Mendrisio
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2003
Preis: Ca. CHF 125.–
Degustiert: 8/2019
Freudiger: Tolles, tiefdunkles Rubin ohne jede Altersnote. Schön gereifte Nase mit viel Rosinen und leicht anmaderisierter Holzwürze. Am Gaumen betörend tiefgründig, sehr vielschichtig, breitschultrige Frucht, sehr stoffig, auch im Mundgefühl grosse Klasse. Wahnsinnig viel Extrakte, erstaunlich vife Säure. Irgendwo zwischen Pomerol und Kalifornien einzuordnen. Wirkt am vorderen Gaumen zunächst vollkommen trinkreif, aber im Abgang heisst es dann forsch: Zuwarten!
Gesamturteil: Wird seinem guten Ruf vollauf gerecht. 18,5/20
Kaletsch: Tiefdunkles, fast schwarzes Rubin. Fruchtig-reife Nase im Bordeaux-Stil mit rosinigen und ersten minimal-oxidativen, animalischen Anklängen sowie schöner Eichenholzwürze. Am Gaumen unglaublich straight: dicht, stoffig und unendlich lang. Ein Powerwein in Babykleidern, der sicher noch 20 Jahre gelagert werden kann! Ganz am Anfang seiner Genussreife.
Gesamturteil: Ein Weltklassewein mit 36 Monaten Barrique-Ausbau. 18+/20 (Potenzial 19–)
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Reserva Martí 2012

Albet i Noya, DO Penedès, Subirats
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 45% Merlot, 25% Ull de Llebre (Tempranillo), 20% Syrah, 10% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2012
Preis: CHF 37.50
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Delinat
Freudiger: Düsteres Kirschrot mit aufhellenden Rändern. Reife Nase mit würzigen Noten aber auch besorgniserregenden, rosiniert-oxidativen Klängen. Wuchtiger Beginn mit sehr geschmeidiger Textur und gewaltigen Fruchtnoten. Sehr substanzreich, die Bordeaux-Sorten drücken durch. Schöne Cremigkeit, gleichzeitig betörend frisch und vif – im Gegensatz zur Nase keine Spur von Alter. Langer Abgang mit leichten Vanillenoten. Präsentiert sich bereits wunderschön, dürfte aber erst in vier, fünf Jahren voll auftrumpfen.
Gesamturteil: Ein Biowein der Extraklasse 18/20
Kaletsch: Dunkles, dichtes Rubin mit ersten Brauntönen am Rand. Traumhaft reife Barrique-Nase mit Vanille, Dörrpflaumen und viel Frucht. Die leicht alkoholisch-rosinige Note passt perfekt dazu: ein Bouquet zum Niederknien! Am Gaumen dann viel Power, Extrakt und eine tolle Länge: alles, was ein guter Wein braucht. Allerdings aktuell noch sehr, sehr jugendlich. Wer wartet, wird belohnt: braucht sicher noch 5–10 Jahre Lagerung.
Gesamturteil: Eine echte Trouvaille zum Lagern 17/20 (Potenzial 18+/20)
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ENIGMA (Les Palins) 2017

Weinkellerei Hasler, Alfermée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 32.–
Bezugsquelle:

Haslerwein.ch

Degustiert: 8/2019, eingereicht von der Weinkellerei Hasler
Freudiger: Klassischer Schweizer Pinot-Look mit aufhellenden Rändern. Typische Pinot-Nase, leicht stinkig. Dann aber sehr viel Stoff, gut gebaut, komplexe Aromatik mit viel Frucht, etwas Erdbeere, aber auch Brombeeren und eingekochte Zwetschgen. Öffnet sich langsam am Gaumen. Holz sehr schön eingebunden. Ein eleganter, junger Mann mit Traumschwiegersohn-Potenzial. Nobler und überraschend langer Abgang. Wirkt erstaunlich fertig, zeigt aber dennoch, dass auch in fünf, sechs Jahren noch mit ihm zu rechnen ist.
Gesamturteil: Einzellage am Bielersee, sehr souverän gemacht: 17,5/20
Kaletsch: Helles Mittelrot mit deutlichen ziegelroten Einschlägen. Verhaltene Pinot-Fruchtnase mit dezenter Barriquenote und ersten animalischen Reifearomen. Auch am Gaumen momentan zurückhaltend (reduktiv), lässt aber seine grosse Klasse erahnen: ein schlanker, aristokratisch-eleganter und trotzdem dichter Wein mit beeindruckender Länge und exzellenter Balance, der ohne dominantes Barrique-Toasting auskommt.
Gesamturteil: Ein Klassewein für wenig Geld: 17,5/20 (Potenzial 18+)
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Arenario 2015

DOC Maremma, Poggio Cagnano
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2015
Preis: CHF 37.70
Bezugsquelle: Siebe Dupf Weine
Degustiert: 5/2019, eingereicht von Siebe Dupf Weine
Freudiger: Klassisches Bx-Rot mit leicht aufhellenden Reflexen. Verhaltene, dunkelfruchtige Nase. Im Mund explodiert eine wundervolle Kombination von bordelaiser Eleganz und toskanischer Sinnlichkeit. Kräuter, Lakritze, Brombeeren, dazu aber noch sehr viele Holznoten: Kaffee, Toast. So stellt man sich einen Supertoskaner vor, auch wenn es derzeit noch ein «ungestümer Jungspund» ist, wie Mitdegustator Zapfenzieher meinte.
Gesamturteil: Unangestrengte Maremma mit Wow-Faktor; Potenzial für 18/20.
Kaletsch: Dunkles Purpur. Sehr würzige Nase mit Frucht und Barriquenoten im Stile bekannter Supertoskaner, leicht alkoholisch. Am Gaumen breitschultrig und holzbetont, noch sehr unter dem Eindruck der Gerbstoffe. Lässt aber Eleganz erkennen und erste Reifenoten erahnen. Zweifellos ein grosser, komplexer Wein, der aber noch einige Jahre reifen muss.
Gesamturteil: Rarer Tropfen mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis: 17 (Potenzial 18,5/20).
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L'incontro 2014

Dezi, IGT Marche
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Sangiovese, Montepulciano
Jahrgang: 2014
Preis: CHF 16.90
Bezugsquelle:

La Passion du Vin

Degustiert: 5/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Dunkles Rubin mit leicht aufhellendem Rand. Tiefe Kirschnase mit Klängen von sonnengetrockneten Kräutern. Einlullend süsslicher Auftakt, dann jedoch unerwartete Ecken und Kanten, die sich noch abschleifen dürften. Im langen, gerbstoffreichen Abgang zeigt sich eine nicht uncharmante Bitternote, auch leicht adstringierend. Jetzt schon ein schöner Spaghettiwein, braucht aber noch ein wenig Zeit.
Gesamturteil: Preis-Leistungs-Held für Italienfreaks: 16/20
Kaletsch: Mittelhelles Purpur mit orangen Rändern. Gerbstoffbetonte Nase mit Frucht und ersten Tertiäraromen (Leder, Kräuter und Bouillon). Am Gaumen eine intensive Aromatik. Sehr präsente, nervige Säure und eine beeindruckende Länge bei deutlich spürbaren Tanninen, die zu einem leicht herben Abgang führen. Echte Italianità und ein toller Essensbegleiter für wenig Geld!
Gesamturteil: Kein Easydrinking: 16,5/20
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Cos d'Estournel 1988

Château Cos d'Estournel, St-Estèphe AOC, 2ième Cru classé,
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot
Jahrgang: 1988
Preis: Ca. CHF 120.– (Normalformat)
Degustiert: 5/2019
Freudiger: Gereiftes Rot mit besorgniserregenden Braunreflexen. Dann aber schon in der Nase der Eindruck von frischer Präsenz, gereift zwar, aber auch einnehmend mit einem Hauch von Peperoni. Am Gaumen zeigen sich Kaffee- und Lakritznoten, auch Leder. Dahinter lauert jedoch eine noch sehr vife Brombeer- und Pflaumenmarmelade-Frucht. Elegant, seidig, relaxed, souverän. Ganz grosses und sehr zugängliches Bordeaux-Kino.
Gesamturteil: Ready to drink! 18,5/20
Kaletsch: Mittleres, ins Orange-Braune ziehendes Rubinrot mit hellen Rändern. In der Nase beeindruckende St-Estèphe-Typizität mit Aromen nach Zedernholz, Leder, Tabak und Bouillon, aber wenig Frucht und minimalen oxidativen Anflügen. Am Gaumen dann voll da: extraktreich, breit und ausladend bei traumhafter Eleganz und Länge und allerhöchstem Genussfaktor. Befindet sich auf dem absoluten Peak – und das nach 31 Jahren in der Schöppli-Flasche!
Gesamturteil: Abschalten und geniessen: 19–/20
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Blaufränkisch Goldberg 2015

DAC Burgenland, Weingut Ernst
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Blaufränkisch
Jahrgang: 2015
Preis: CHF 29.70
Bezugsquelle:

Siebe Dupf Weine

Degustiert: 5/2019
Freudiger: Rubin mit Purpurreflexen. Riecht sehr frisch mit floralen Noten (Veilchen, Margritli) sowie hellen Steinfrüchten. Am Gaumen kirschfruchtig, eher von schlanker, femininer Statur aber gleichzeitig etwas rustikal und ruppig – typisch für einen jungen Blaufränkisch. Auch im Abgang noch unzugänglich, mit Bitternoten. Öffnet sich nach dem Dekantieren und fleissigem Glasschwenken zusehends.
Gesamturteil: Braucht Geduld; Potenzial für 17/20
Kaletsch: Dunkles Rubin mit violettem Schimmer und helleren Rändern. In der Nase wunderbare Toastingnoten mit Kaffee, viel schwarzbeeriger Frucht und floralen Aromen. Am Gaumen noch sehr gerbstofflastig, breit und kräftig. Zeigt aber bereits eine erste schöne Reifesüsse. Tolle Struktur, braucht aber definitiv viel Belüftung und am besten noch einige Jahre Lagerung.
Gesamturteil: Überzeugender Blaufränkisch aus einem Spitzenjahr: 17,5/20
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The Factor 2004

Barossa Valley, Torbreck Vintners
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Shiraz
Jahrgang: 2004
Preis: Ca. CHF 125.–
Degustiert: 5/19
Freudiger: Blindprobe: Dunkles, leicht müdes Ziegelrot. Intensive aber irritierende Nase: zwar Minze und Schokolade, aber dazu auch staubige Kellernoten und nasser Hund. Unergründliche, massiv eingekochte Noten am Gaumen: ein überextrahierter Bordeauxblend exotischer Herkunft? Ein Experiment aus dem Libanon? Überalterter Zinfandel? Ein Amarone-Versuch aus Übersee? Nein, ein Top-Shiraz aus Australien – nie im Leben hätte ich das erkannt. Im Abgang für meine Begriffe viel zu süss.
Gesamturteil: Sicher gekonnt gemacht, aber überhaupt nicht mein Ding: 15/20
Kaletsch: Tiefdunkles Rubinrot. Traumhaft opulente, überreife Fruchtnase mit Minze und Vanille, dazu erste medizinale Tertiäraromen. Am Gaumen sehr konzentriert und extrahiert, würzig und mit einer überwältigenden Struktur: filigrane Tannine, die von frischer Säure gestützt werden, und eine betörende Frucht- und Extraktsüsse. Ein Parker-Wein (97 Punkte), der fraglos polarisiert. I like!
Gesamturteil: Australischer Shiraz der Spitzenklasse: 19/20
https://vvwine.ch/2019/06/punkte-kann-man-nicht-trinken/
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Red Domus 2016

Vignerons Catalans, Côtes du Roussillon Villages AOP
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Syrah, Grenache
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 14.–
Degustiert: 5/2019
Freudiger: Die Vignerons Catalans sind ein Zusammenschluss von rund 1000 (!) Winzerinnen und Winzern, die rund 10'000 Hektaren (!) bewirtschaften und vorwiegend Weine im Billigsektor produzieren. Der Red Domus mit viel Toasting, sehr viel Frucht, etwas Pfeffer und stoffiger Opulenz. Dabei durchaus gut strukturiert, nicht zu üppig. Die Gerbstoffe dürften ihn sogar noch etwas zulegen lassen. Moderner, gekonnt gemachter Spasswein für sehr wenig Geld.
Gesamturteil: Unkompliziertes katalanisches Trinkvergnügen: 16/20
Kaletsch: Mittleres Granatrot. Umwerfende Nase mit Reifenoten, Frucht und leichten Röstaromen vom zurückhaltenden Holzeinsatz. Am Gaumen fruchtig und mundfüllend, aber noch ziemlich gerbstofflastig. Die Länge und die Eleganz gehen diesem professionell vinifizierten Wein etwas ab.
Gesamturteil: Diskrepanz zwischen Nase und Gaumen: 15,5/20
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Pinot Noir Unter der Linde 2013

Weingut zur Linde, Michel Jaussi, Sommerhalde-Villnachern, Grand Cru Aarau AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 55.–
Degustiert: 5/2019, eingereicht von Michel Jaussi
Freudiger: Tiefes, ins Granat spielendes Rubin mit aufhellenden Rändern. Herrliche Nase mit burgundischen Qualitäten, schwarze Schokolade, Kaffee, dunkle Waldfrüchte. Am Gaumen ausserordentlich komplex, viel Struktur, wirkt muskulös. Wunderschöne, voll ausgereifte Frucht, dabei nie aufdringlich. Leichter Rosinen-Touch, etwas Rumtopf, aber dank der tragenden Säure gleichzeitig sehr erfrischend. Macht jetzt schon Spass, hat aber noch Reserven für sicher fünf Jahre.
Gesamturteil: So stellt man sich einen Schweizer top Pinot Noir vor: 18,5/20
Kaletsch: Mittleres Rubin mit helleren Rändern. Verführerische Pinot-Nase mit Röstaromen vom Barrique-Einsatz, viel Beerenfrucht (leicht rosinig) und ersten Anflügen von Reifetönen. Auch am Gaumen ganz im Stil eines guten Burgunders: schlank, elegant und mit toller Balance. Verfügt trotz zurückhaltender Säure über eine beachtliche Länge. Gut spürbare, aber nie störende Tannine und eine traumhafte Extraktsüsse. Degustiert gemeinsam mit Adrian van Velsen von vwine, der in seinem Blog (siehe Link) den gesamten Flight bespricht.
Gesamturteil: Ganz am Anfang seiner Trinkreife: 18+/20
https://vvwine.ch/2019/06/unter-der-linde-in-lengnau
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Fidenzio 2006

Podere San Luigi, Val di Cornia Fidenzio, Toscana IGT
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Jahrgang: 2006
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 3/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Sehr dunkles Rubin. In der Nase Italien pur mit sehr viel Liebstöckel, leicht anoxidiert. Im Gaumen hingegen recht breitschultrig und frisch. Gewisse Altersnoten sind da, auch viel dunkle Kirschfrucht und einiges an Kraft. Daneben aber fast brutale Gerbstoffe. Werden sie sich noch einbinden? Entwickelt sich im Glas; unbedingt dekantieren. Ein Wein, dessen weitere Entwicklung schwierig einzuschätzen ist.
Gesamturteil: Bordeaux-Blend und trotzdem viel Italianità – Bolgheri eben: 17/20
Kaletsch: Dunkles und dichtes Purpur. Nach dem Öffnen eine oxidativ-animalische Nase mit einem Hauch von Zedernholz und roten Früchten, am Gaumen viel Power und markante Gerbstoffe, scheinbar weit von seiner besten Trinkreife entfernt. Gewinnt aber mit Belüftung extrem: Am Schluss des Abends ein genialer jugendlicher Genusswein im Stile grosser Super Tuscans.
Gesamturteil: Ein Supertoskaner, der auch beim Geniessen Zeit braucht: 17,5/20
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Pythagora 2014

Galilea by Fiona, Montsant DO, René Barbier, Figuera
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Garnatxa (Grenache)
Jahrgang: 2014
Preis: CHF 39.–
Bezugsquelle:

La Passion du Vin

Degustiert: 3/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Durchscheinendes aber kerniges Granat. Dunkles, geheimnisvolles, animalisches Bouquet mit Ledernoten. Massiver Auftakt mit Wagenladungen von dunklen Früchten und wiederum Tertiäraromen. Gleichzeitig ist das Holz schon erstaunlich gut eingebunden. Lässt die Muskeln spielen, aber sie sind von Samt umspannt. Oder ist es doch ein Superman-Dress? Power und Finesse. Gerbstoffe rollen prächtig, lassen auf einige Jahre bis zur optimalen Trinkreife schliessen. Der Wein macht von Minute zu Minute auf.
Gesamturteil: Schon jetzt ein Spasswein, aber da kommt noch was: Potenzial für mindestens 18/20
Kaletsch: Mittelhelles Rot mit Rostschimmern. Erstaunlich reifes und würziges Bouquet mit schön eingebetteten Holznoten und ersten Tertiäraromen (Leder). Am Gaumen breit, mit sehr viel Extrakt und wuchtigen Gerbstoffen. Ein echter Powerwein, der viel Luft braucht und am besten mindestens fünf Jahre gelagert wird. Stammt aus alten Reben. Ein tolles Projekt des ehemaligen Bieler Weinhändlers Roland Fischer und seiner Tochter Fiona, das von Winemaker René Barbier unterstützt wird.
Gesamturteil: Sehr viel Wein für relativ wenig Geld: 17,5/20
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