Gantenbein 2008

Gantenbein Wein, Martha und Daniel Gantenbein, Fläsch
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 150.–
Degustiert: 5/2020, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Schönes Granat mit aufhellenden Rändern. Wunderschönes, klassisches PN-Bouquet mit roten Früchten und einem Hauch nassem Hund. Grosse Klasse von A bis Z. Noch immer stark von einem massiven Holzeinsatz geprägt. Toasting-Noten, Eiche, etwas Kokosnuss. Eine stolze Säure hält alles zusammen und dürfte auch den weiteren Reifeprozess aufs Schönste begleiten. Immer noch heftige Gerbstoffe. Aktuell recht anspruchsvoll, aber mit grossem Potenzial. Dürfte noch mindestens einen Punkt zulegen.
Gesamturteil: Für eine CH-Ikone etwas gar schwer zugänglich; derzeit 17/20
Kaletsch: Mittleres Rubin mit ersten ziegelroten Altersspuren. Exquisite Pinot-Nase mit schönem Toasting: Leder, Tabak, Kaffee und nur noch wenig Frucht. Am Gaumen zeigt sich die sprichwörtliche Balance: lang, schlank und edel, mit brillant eingesetzter Säure, genügend Gerbstoffen und einer verführerischen Reifesüsse. Wunderbar abgerundet und gross! Ein Genusswein, wie er im Buche steht.
Gesamturteil: Schlicht und einfach Weltklasse: 18,5/20
Kommentar schreiben (4 Kommentare)

Morellino di Scansano Riserva 2016

Morellino di Scansano DOCG, Fattoria le Pupille, Elisabetta Geppetti
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Sangiovese, Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 22.50
Bezugsquelle: Terravigna
Degustiert: 5/2020, eingereicht von Terravigna
Freudiger: Schwarz mit Rotreflexen. Unglaublich warmer und schwelgerischer Duft, der unweigerlich an Italien denken lässt: Oregano und Co., getrocknet, etwas Liebstöckel. Die grosse Oper wiederholt sich eins zu eins am Gaumen. Erneut viele Kräuter, warme Noten, dunkle Kirschfrucht (Zapfenzieher ortet Lebkuchenwürze). Schön strukturiert und sehr druckvoll. Herrlich rollende Gerbstoffe, ganz am Schluss etwas austrocknend. Aber grosses Toscana-Kino. Frau Geppetti kanns einfach.
Gesamturteil: Toscana pur, schwelg, seufz… 17,5/20
Kaletsch: Mittleres, glänzendes Rubin mit aufhellenden Rändern. Sehr intensive, würzige und kräuterige Nase; reif und einladend. Am Gaumen breit und dank sehr gut spürbarer Säure lebhaft und sehr jugendlich. Erstaunlich viel Extrakt und noch deutlich spürbare, adstringierende Gerbstoffe. Ein Wein, der sich aktuell zum Grillieren eignet oder besser noch zwei, drei Jahre gelagert wird.
Gesamturteil: Toller Gegenwert für diesen Preis: 17,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Minami 2016

Gran Vino de Paraje, Casa Rojo, Paraje de la Raja
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Syrah
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 65.–
Bezugsquelle: Terravigna
Degustiert: 5/2020, eingereicht von Terravigna
Freudiger: Sehr dunkles Rubin. Verhalten-würziges Fruchtbouquet. Sehr schöner, fruchtsüsser Auftritt. Grosse Substanz, muskulös. Wirkt sehr frisch, schöne Säure, wahnsinnig viel Druck und wunderschöner Trinkfluss. Die erfrischenden Pfeffernoten ganz am Schluss verraten den Syrah, ich hätte den Wein allerdings klarerweise der neuen Welt zugeordnet, blind mit Garantie für einen Australier gehalten. Kann Mainstream Weltklasse sein? Ja. Mit den Spinnern von Casa Rojo: ja.
Gesamturteil: Syrah aus Spanien? Aber ¡Hola: 19/20
Kaletsch: Tiefdunkles Purpur. Frische, noch Barrique-geprägte Nase mit extrahierter Frucht im Stile eines Top-Shiraz aus Down Under: Cassis und etwas Zedernholz. Am Gaumen beeindruckt die Struktur: schöne Säure, die dem Wein Länge verleiht, daneben Aromen, die eher an die Rhône-Region erinnern: konzentriert, edel und aristokratisch. Nicht unbedingt typisch für die Region, aber schlicht Weltklasse! Befindet sich noch nicht auf dem Peak und kann zweifellos noch 20 Jahre gelagert werden.
Gesamturteil: Gelungene Mischung aus Rhône-Syrah und Aussie-Shiraz: 18,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Carménère Grand Reserve 2013

Curicó Valley, Viña la Junta, Las Condes, Chile
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Carménère
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 5/2020
Freudiger: Schwarz mit aufhellenden Rändern. Minzartig unterkühlter Duft nach schwarzen Beeren. Wirkt im ersten Moment voll ausgereift, druckvoll, dunkelfruchtig mit viel Fruchtsüsse. Holz schön eingebunden, gute Frucht, erste Reife. Der Wein fühlt sich richtig gut an, mit quasi europäischer Eleganz und schöner Substanz. Macht schon Spass, kann aber noch etwas zulegen.
Gesamturteil: Zum Steak vom Grill! 17/20
Kaletsch: Tiefdunkles Purpurrot mit schönem Glanz. Reife und sehr intensive Eichenholz-Nase mit gelungenem Toasting: schwarze Früchte, Cassis und Tabak, leicht rosinig-alkoholisch. Am Gaumen breit und noch sehr gerbstofflastig, die Tannine sind jedoch nicht grasig wie es für chilenische Weine sonst typisch ist. Nur eine mittlere Länge, was bei so viel Extrakt etwas überrascht. Alles in allem gekonnt vinifiziert und in drei Jahren sicher auch gefällig.
Gesamturteil: Überzeugender Barrique-Einsatz: 16,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Sassi Grossi 2005

DOC Ticino, Gialdi, Mendrisio
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 80.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Verheissungsvolles, dunkles Purpur. Verhaltene, sehr kühle Nase, an Bordeaux erinnernd. Von Beginn weg sehr dicht, extraktreich und substanziell, aber eher wenig Frucht. Erste Reifetöne. Lässt seine Klasse erahnen, scheint aber in einer eher schwierigen Phase zu sein. Am Schluss kommen Panzerfaust-Gerbstoffe, die nach weiterer Lagerung verlangen, aber nicht so recht zu den ersten Tertiäraromen passen wollen. Andererseits: Wenn sich das findet, wirds richtig gut.
Gesamturteil: Aktuell eher unzugängliche Ticino-Ikone; Potenzial für 18+/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot. Überraschend reife Nase mit etwas Frucht und vielen animalischen Tertiäraromen: Leder und Tabak. Am Gaumen überzeugt die brillante Struktur: sehr dicht und extrahiert, aber dank filigranen Gerbstoffen und stützender Säure äusserst homogen und schier unendlich lang. Hier stört nichts, aber die Aromatik überzeugt aktuell nicht auf der ganzen Linie.
Gesamturteil: Hat er den Peak bereits erreicht? 18–/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Litina Barbera d'Asti 2016

Cascina Castlet, Maria Borio, DOCG Barbera d’Asti Superiore, Costigliole d'Asti
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Barbera
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 16.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Düsteres Schwarzkirschenrot. Komplexe, expressive Nase mit (hellen!) Kirschen. Sehr frischer und ausserordentlich sinnlicher Start mit saftiger, eher rotfruchtiger Aromatik. Etwas später zeigen sich ein paar Ecken und Kanten, daher täten wohl noch ein, zwei Jahre Lagerung gut. Der Wein ist eher auf der schlanken Seite, strotzt aber vor Lebendigkeit. Maria Borios gesamte Barbera-Range ist jederzeit eine Degustation wert.
Gesamturteil: Grosses Barberavergnügen zum kleinen Preis: 17/20
Kaletsch: Dunkles, ins Violettschwarze ziehendes Rot. Sehr frische, jugendliche Nase mit paketweise Primärfrucht. Auch am Gaumen sehr intensiv: kernige, fast grasige Gerbstoffe und eine breite, gefällige Aromatik. Wirkt trotz 15% Alkohol nie gekocht oder alkoholisch. Ein Wein, der einfache Lebensfreude ausstrahlt und nichts vorgaukelt.
Gesamturteil: Idealer Essensbegleiter: 16/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Visperterminen 2000

St. Jodern Kellerei Visperterminen, AOC Wallis
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Gamay, Pinot Noir, Diolinoir
Jahrgang: 2000
Preis: Ca. CHF 17.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Dunkles, erstaunlich jugendliches Granat mit aufhellenden Rändern und braunen Reflexen. Zunächst typischer Pinot-Duft, Waldbeeren, nasser Hund. Am Gaumen klar über den Berg, kaum noch Frucht, dafür Todessüsse. Leder, Waldboden und nasses Laub. Keine Spannkraft und auch keine Länge mehr.
Gesamturteil: Für Freunde des Morbiden: 14/20
Kaletsch: Besorgniserregende orangebräunliche Farbe. In der Nase setzt sich die Befürchtung des Scheintots fort: etwas Holz, dazu teils unangenehme Tertiäraromen. Am ehesten mit einem (zu) alten Pinot Noir vergleichbar. Am Gaumen dann die Offenbarung: genügend Extrakt und Säure, überraschend stabile Struktur und eine überzeugende Balance. Der Wein, der wohl am ehesten dem heutigen «Mitra» entspricht, hat den Peak überschritten, aber die 20 Jahre dank guter Vinifikation (Barrique!) einigermassen verdaut. Schade nur, dass die Fruchtaromen komplett fehlen.
Gesamturteil: Wenn nur das Bouquet besser wäre... 14,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Hermitage 1995

E. Guigal, Château d’Ampuis, AC Hermitage
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Syrah
Jahrgang: 1995
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Das zart schimmernde Rot zeigt bereits im Glas ein würdevolles Alter an. Es entströmen ihm Düfte nach dunklen Früchten und Herbstlaub. Am Gaumen dann noch mehr Tertiäraromen, ein Herbstspaziergang im Wald, daneben viel dunkle Frucht und Lakritze. In der Mitte herrlich süss. Alles ziemlich dicht und straff, nur ganz leichte Altersbeschwerden. Säure noch präsent, im mittellangen Abgang tummeln sich sogar noch ein paar Tannine. Insgesamt der Eindruck einer erstaunlichen, vielleicht etwas müden Leichtigkeit.
Gesamturteil: Grosses Rhône-Kino, leicht over the top: 18/20
Kaletsch: Mittleres Rubin. Zurückhaltend-aristokratische Nase mit rosinigen und kernigen Anklängen. Am Gaumen die typische Rhône-Syrah-Aromatik: mineralisch mit getrockneten roten Früchten und grünen Kräutern. Präsente Gerbstoffe, die nie stören und den Wein noch frisch und jugendlich wirken lassen. Ein toller Hermitage, der ohne Extraktionsexzesse auskommt und trotzdem (oder gerade deswegen) in allen Belangen überzeugt.
Gesamturteil: Gekonnt ist gekonnt: 18+/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Crescendo 2012

Ticino DOC, Mike Rudolph, Tenuta San Giorgio, Cassina d’Agno
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 35.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Dunkles Purpur. Superklassische Merlot-Duftorgie mit reifen Brombeeren und Cassis sowie klaren Holznoten. Am Gaumen durchaus füllig und trotzdem elegant. Etwas hellere Früchte, dazu Schokolade und recht heftige Eichenholzaromatik. Mittlere Struktur. Schöne Gerbstoffe, die ganz am Schluss klar signalisieren, dass man noch zwei, drei Jahre warten sollte.
Gesamturteil: Der hedonistischste von Mike Rudolphs Merlots: 17,5/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot ohne Altersspuren. Ein Bouquet zum Reinbeissen: rauchiges Toasting und viel üppige Frucht. Richtig – excusez l’expression – «geil»! Am Gaumen dann nicht so extrahiert wie erwartet: die Dichte und die aromatische Intensität fehlen etwas, die kernigen Gerbstoffe vermitteln einen Schuss Rustikalität. Kein Wein für Liebhaber dichter oder finessenreicher Weine, aber ein echter Mike Rudolph!
Gesamturteil: Gekonnter Barrique-Einsatz: 17/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Iselis Rosso 2009

Isola die Nuraghi IGT, Argiolas, Serdiana, Sardegna
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Bovale, Monica, Carignano
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 2/2020
Freudiger: Gereiftes Rot ohne jeden Firn. Dem Glas entströmen Aromen, die an Syrah denken lassen. Im Mund dann unglaublich stoffig, sehr dicht gewoben, eine Fruchttapete, die von Kokos-Mocca-Fäden zusammengehalten wird. Einzig die etwas gar marmeladig wirkenden, eingekochten Früchte lassen an Süden denken (einen Moment lang vermutete ich blind Bandol!), der Wein hat aber definitiv internationales Format. Die herrlich rollenden Tannine deuten weitere Reserve an; insgesamt aber perfekt trinkreif.
Gesamturteil: Preis-Leistungs-Verhältnis der Superlative! 17/20
Kaletsch: Dunkles Rubin. Sehr würzige, verführerische Nase mit gekochten Beeren und Tabak, fast schon marmeladig. Am Gaumen endet die Schwelgerei: noch immer sehr präsente Tannine, die dem Wein zwar zusammen mit der Säure eine beeindruckende Länge verleihen, ihn aber am Ende etwas hart machen. Mokka- und Teernoten. Für einen Weltklassewein fehlt es etwas an Dichte, aber die Aromatik dieses Blends hat etwas! Die Gebrüder Argiolas sind Meister ihres Fachs.
Gesamturteil: Flaschenreifung zahlt sich aus! 17+/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

La Digoine 2015

Bourgogne Côte Chalonnaise, Domaine de Villaine, Bouzeron
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 2/2020, eingereicht von Robert Bayard
Freudiger: Dunkles Rubin mit Violettreflexen und leichter Trübung. Sehr schöne, klassische Pinot-Noir-Nase mit verführerischen Waldbeeren. Stoffig, trinkig, gute Fruchtsüsse mit Himbeeren und dunklen Früchten, dazu ein stützendes Säurerückgrat. Charaktervoll, harmonisch mit charmantem Abgang. Ein unkomplizierter Trinkspass für Burgund-Fans und vor allem solche, die es werden wollen.
Gesamturteil: So macht Burgund Freude! 16/20
Kaletsch: Mittleres Purpur. Sehr einnehmende rotbeerige Nase (Himbeeren!) mit zurückhaltendem Toasting. Absolut sortentypisch. Am Gaumen setzt sich der Eindruck fort: überzeugende Struktur und perfekte Balance, ein homogener, mittellanger Burgunder mit erster Reifesüsse. Obwohl die Besitzer Pamela und Aubert de Villaine gleichzeitig Co-Eigentümer der legendären Domaine de la Romanée-Conti sind, ist dieser Wein nicht extrahiert und komplex, sondern gefällig.
Gesamturteil: Seriös und charmant. 17,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Cabernet Sauvignon Alter Satz 2012

Weingut Amsee, Burgenland, Pirker/Preisinger, Gols
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 45.–
Degustiert: 2/20, eingereicht von Guy Lorétan
Freudiger: Tiefdunkles Rot. Die Eukalyptus-Gummibärchennase lässt zunächst Übersee vermuten. Das scheint bestätigt zu werden durch eine etwas gar ausladende Marmeladigkeit, die an einen (grossen!) Aussie-Shiraz denken lässt. Aristokratische Klasse, stoffige Eleganz, holzgeprägte Dichtheit. Vor allem in der Mitte etwas gar viel Holz, kompromisslos modern vinifizierter Cabernet. Aber in diesem Fall lässt man sich das gern gefallen…
Gesamturteil: Gewaltiger Stoff 19-/20
Kaletsch: Tiefdunkles Rubinrot. Intensive Barrique-Nase mit viel schwarzbeeriger Frucht, Schokolade, Tabak, Kräutern, Minze und Eukalyptus, leicht ätherisch. Am Gaumen jugendlich und unglaublich dicht. Ein Wein in Babyschuhen, der modern und gleichzeitig klassisch wirkt. Am Gaumen gut eingebundene Tannine, tonnenweise Extrakt, Frucht und unendlich viel Power. Ein grosser Wein mit schier unbegrenztem Alterpotenzial. Eine absolute Trouvaille!
Gesamturteil: In 5–10 Jahren kaum zu toppen. 19-/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

L’Abeille de Fieuzal 2015

Château de Fieuzal, Pessac-Léognan AC, Bordeaux
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 29.–
Degustiert: 2/20, eingereicht von Riegger AG
Freudiger: Dunkles Granat. Klassische Bordeaux-Nase mit etwas roter Peperoni und viel dunkler Frucht, die sich auch am Gaumen wiederfindet. Nach einem betörend süssfruchtigen Auftritt treten Brombeernoten auf, begleitet von Mocca. Tolle Aromatik, recht üppig und erstaunlich breitschultrig. Der Wein präsentiert sich verblüffend trinkreif, mit Bordeaux-Aromatik bis zum Abwinken. Einzig im eher kurzen Abgang zeigt sich ein Abstand zum Erstwein des Gutes.
Gesamturteil: Ein toller, sehr bezahlbarer Bordeaux-Spass nicht nur für Einsteiger: 17-/20
Kaletsch: Dunkles Purpur. Verführerisch-reife und würzige Nase im Bordeaux-Stil mit Frucht, etwas Teer und Leder. Am Gaumen die grosse Überraschung: bereits jetzt zugänglich und damit (auch) ein Wein für Gastronomie-Betriebe. Mittlere Länge und feine Tannine, die sich erst am Schluss bemerkbar machen. Ein klassischer Bordeaux, der auf «ready to drink» getrimmt ist.
Gesamturteil: Wer keinen Keller zum Lagern hat: zugreifen! 17/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Parcelle No. 982 Grand Cru 2017

Séléction Nature, Domaine de la Ville de Morges
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Gamay
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 22.– (Normalformat)
Degustiert: 2/2020, eingereicht von Yves Beck
Freudiger: Helles Rot mit Violettreflexen. Süsser Auftakt mit Erdbeermarmelade. Am Gaumen eher schlank, sehr lebendig, komplex, gleichzeitig eine gewisse Stoffigkeit. Mit der Zeit treten Kaffeenoten auf. Langer Abgang mit seidenfeinen Gerbstoffen. Der Wein vermag in allen Hinsichten zu punkten, und trotzdem will nichts so recht zusammen zu passen. Von Harmonie keine Spur; und von Sortentypizität schon gar nicht.
Gesamturteil: Ein anspruchsvolles Naturwein-Erlebnis: 14,5/20
Kaletsch: Mittelhelles Purpur mit violettem Einschlag. Äusserst fruchtig-beerige Nase mit aufregend-wilder, ungewohnter Aromatik. Am Gaumen nicht sehr dicht oder konzentriert, dafür mit überraschender Länge. Eine wilde Achterbahnfahrt der Struktur und der Aromen: Anfangs sogar etwas Kohlensäure, viel Primärfrucht, am Ende leichte Bitternoten, die aber nicht stören. Sehr bekömmlich. «Jamais Gamay» war einmal: mehr davon!
Gesamturteil: Kampf dem Mainstream! 17+/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Monte da Raposinha Tinto 2017

Vinho Regional Alentejano, Monte da Raposinha, Montagril, Portugal
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Alicante, Tourriga Nacional
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 17.–
Bezugsquelle: La Passion du Vin
Degustiert: 12/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Violettes Rubin. Verführerische Nase mit allerlei dunkler Frucht, sehr ausgewogen, diskrete Holznoten und Kaffee. Auftritt wie sonnendurchglühte Erde, saftig und würzig, dazu Zwetschgenkompott, sehr stoffig wirkend. Gute Substanz, perfekt strukturiert, wenn auch mit etwas wenig Säure. Heftige, derzeit leicht bitter wirkende Gerbstoffe geben dem Wein Reserve für fünf Jahre oder mehr. Aber: Ist genügend Säure vorhanden? So oder so: tolles Preis-Leistungsverhältnis.
Gesamturteil: Einer Fahrt im Cabrio durch die Weite des Alentejo: 16,5/20
Kaletsch: Mittleres Purpurviolett. Frische, primärfruchtige Nase. Am Gaumen recht ungehobelt: ruppige Gerbstoffe, die am Ende arg adstringieren. Trotz frischer Säure in der Mitte eher dünn. Ein rustikaler, beinahe wilder Wein, der aktuell noch zu jung erscheint. Von Eichenholzwürze ist wenig zu spüren.
Gesamturteil: Ob Lagerung hilft? 15,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Humagne Rouge 2014

Grand Brûlé, Domaine de l'état du Valais, Leytron
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Humagne Rouge
Jahrgang: 2014
Preis: CHF 19.–
Degustiert: 12/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Rubin mit einem Hang zum Violetten. Eher diskrete, rotfruchtige, feinstoffige Nase mit etwas Leder und Holznoten. Unerwartet samten im Antrunk, Wildkirsche. Es geht sanftmütig weiter, alles sehr ruhig und entspannt. Kein Blender, kein Holz im Spiel. Im Abgang derzeit noch etwas ruppig, aber die Gerbstoffe dürften sich noch einbinden. Von der Substanz her ist Potenzial vorhanden, aber fürs Altern fehlt wohl etwas Säure.
Gesamturteil: Erstaunlich zahmer Humagne-Genuss: 15/20
Kaletsch: Mittleres Rubinrot. Frische, jugendliche Nase mit viel Beerenfrucht, sehr einnehmend. Am Gaumen dann eine deutliche Diskrepanz: kräftige, adstringierende Gerbstoffe und etwas wenig Säure, alles andere als ein Trinkspass. Ein wilder Geselle, der sich noch nicht in bester Genussreife präsentiert.
Gesamturteil: Wenn der Gaumen hielte, was die Nase verspricht: 15+/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Crozes-Hermitage 2016

AC, Domaine Alain Graillot
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Syrah
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 29.–
Bezugsquelle: La Passion du Vin
Degustiert: 12/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Jugendliches Rot mit leichten Violettreflexen. Superintensive Nase mit Kräutern des Südens, vor allem getrockneter Thymian. Riecht etwas nach Pferdestall, aber ganz grosses Kino. Wuchtig-nobler, verführerischer Auftritt mit viel Pflaumenfrucht, dazu Leder, Kaffee und Röstaromen. Dann wieder dunkle kompottartige Frucht aber ohne irgendwie fett zu wirken. Gewieher auch am Gaumen. Viel Substanz, bereits schön ausbalanciert, beträchtliches Potenzial. Rhône pur und mit all den Pferden definitiv ein Wein für ganze Kerle.
Gesamturteil: Anfänger und zartbesaitetes Volk: Finger weg! Potenzial für 18,5/20
Kaletsch: Mattes Purpurrot mit violetten Schimmern. Bemerkenswerte Nase mit viel schwarzbeeriger Frucht, Röstaromen, ersten animalischen Reifenoten und einigen grasigen Nuancen – so gut, dass man sich darin verlieren könnte. Der Gaumen komplettiert das umfassende Weinerlebnis: markantes Gerbstoffgerüst, viel Würze, eine präsente Säure sowie eine aristokratische Länge und Intensität, alles perfekt ausbalanciert.
Gesamturteil: Bitte noch liegen lassen: 17,5/20 (Potenzial: 18+)
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Pinot Noir Keller am See 2015

Keller am See, Bielersee AOC, Christian Dexl, Bipschal
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 28.–
Degustiert: 12/2019
Freudiger: Durchscheinendes Granat mit Braunreflexen (!), zurückhaltende aber edle, eichen-parfümierte Pinot-Nase mit Waldfrüchten und etwas Herbstlaub; leicht störender Alkoholton. Im ersten Eindruck burgundisch warm, mit zarter Frucht. Dann mundfüllend-stoffig und zunehmend mächtig wirkend. Holz gut eingebunden, schöne Struktur. Gute Substanz, hat noch Potenzial.
Gesamturteil: Untypisch für den See, aber das lässt man sich gefallen 16+/20
Kaletsch: Mittelhelles Rot mit bräunlichem Einschlag. Defensive Nase mit dominierender Holznote, etwas Frucht und einem Anflug von Aceton, wirkt aktuell eher reduktiv. Am Gaumen überraschen die breite Aromatik und die respektable Länge. Schönes Gerbstoffgerüst. Wirkt für einen Pinot Noir vom Bielersee eher kräftig und wild. Hat durchaus noch Potenzial und pfeift ganz offensichtlich auf aristokratische Eleganz.
Gesamturteil: Beweist nicht nur mit der Etikette Stil: 17–/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

La Croisade Réserve 2018

IGP Pays d’Oc, Union de Producteurs de Cruzy, Cébazyn
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Syrah
Jahrgang: 2018
Preis: Ca. CHF 12.–
Degustiert: 12/2019, eingereicht von Weinkeller Riegger
Freudiger: Dunkel funkelndes Rot. Würzige Nase mit Bouillonnoten. Fröhlicher Auftakt ohne viel Aufhebens, gradlinig. Rotfruchtig, unkompliziert, mit Belüftung intensiver werdend. Sehr sauber. Syrah dominiert, Cabernet Sauvignon trägt charmante Gefälligkeit bei. Die regionaltypischen Noten werden nach einiger Zeit im Glas intensiver. Am Schluss tummelt sich im Hintergrund etwas Gerbstoff. Sehr modern gemacht; extrem viel Wein für kleine Budgets!
Gesamturteil: Let’s have a party: 15,5/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot mit feinen violetten Schimmern. Frische, primärfruchtige und junge Nase im Rhone-Stil mit leichtem Einschlag von neuer Welt. Am Gaumen überraschend breit und mundfüllend, mit präsenten, aber nie störenden Gerbstoffen und stützender Säure. Erstaunlich homogen und durchaus würzig, die Länge fehlt jedoch etwas. Ein Wein, der trotz moderner Machart nie billig wirkt.
Gesamturteil: Zum sofortigen Genuss: 15,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Conca Tre Pile 2016

Barbera d’Alba DOC, Poderi Aldo Conterno, Monforte d’Alba
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Barbera
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 38.–
Bezugsquelle: La Passion du Vin
Degustiert: 12/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Düsteres Barbera-Rot, ins Rostige spielend. Duft von hellen und dunklen Kirschen. Am Gaumen taucht aus der Tiefe eine massive Fruchtarmada auf, dazu meint man Deodatos Version von «Also sprach Zarathustra» zu hören (yep, googeln). Wagenladungen voller komplexer Frucht, wild und ungestüm, gleichzeitig aber auch nobel. Seidene Textur, mächtige Tannine, Stoff für 5, 6, nein, 10 Jahre. Augen zu und geniessen: Piemont at it’s best.
Gesamturteil: My precioussss… In einigen Jahren 19/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot. Sehr intensive Nase mit viel schwarzbeeriger Frucht. Am Gaumen Power, Mineralität und eine extraktreiche Stoffigkeit. Die Tannine sind massiv, aber nicht grobschlächtig, die Struktur ist dank der fantastischen Säure beeindruckend. Kompromisslos und beeindruckend vinifiziert, noch ohne jegliche Barbera-Reifesüsse. Ein Wein mit atemberaubender Länge und viel Potenzial, nichts für Anfänger!
Gesamturteil: Vin de Garde für KennerInnen: 18 (Potenzial 19–/20)
Kommentar schreiben (4 Kommentare)

textatelier.ch | Weinchecker | Elfenaustr. 5 | 2502 Biel | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!