Gewurztraminer Vendages Tardives 2007

AC Alsace, Louis Sipp, Ribeauville
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Gewürztraminer
Jahrgang: 2007
Preis: Ca. CHF 40.–
Degustiert: 3/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Dunkles Kupfer. Massive Süssweinnase mit Honig, Sultaninen und Aprikosen noch und noch. Der gesamte Eindruck wiederholt sich am Gaumen. Der Wein ist betörend von Anfang bis Ende. Die Restsüsse ist natürlich hoch, aber der Wein wirkt durchaus elegant und flutscht einlullend über die Zunge. Keine Sortentypizität erkennbar. Weckt dafür Lust auf Foie Gras. Oder doch lieber eine Tarte Tatin? Trinkreif, vielleicht sich schon dem Ende zuneigend.
Gesamturteil: Ein ziemlich eindrückliches Elsass-Erlebnis: 18/20
Kaletsch: Honiggelb mit braun-orangen Reflexen. Traumhaft opulente Botrytis-Nase mit Aprikosen und Litschis. Auch am Gaumen sehr aprikosig, schlank und weit weg von anderen mastigen Spätlese-Vertretern. Perfekte Balance zwischen Säure und Süsse, perfekte Genussreife. Ein richtig – excusez l’expression – geiler Süsswein.
Gesamturteil: Shut up and drink: 18,5/20
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Sauvignon Blanc Botrytis 1999

Robert Mondavi Winery, Oakville, Napa Valley, USA
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Sauvignon Blanc
Jahrgang: 1999
Preis: Ca. CHF 28.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Caramelfarbener Cognac-Ton. Duft nach Aprikosen und weissem Tee, etwas Petrol. Auch am Gaumen intensive Aprikose, begleitet von Orangenzesten. Wirkt zunächst üppig, verliert sich dann aber. Auch im Abgang eher schlank. Auf den zweiten Schluck ein ausgewogenes Süss-Säure-Spiel, schöne Dichte, harmonischer Wein. Zu Tarte Tatin ein Gedicht, wenn auch ein bisschen ältlich wirkend.
Gesamturteil: Fristet ein schönes Rentnerdasein ohne Todesangst: 17/20
Kaletsch: Dunkle Bernstein-Farbe mit orangen Reflexen. Nase mit Aromen von Dörrfrüchten, Stroh und Schwarztee. Am Gaumen eine schöne Säure, welche die Restsüsse aufwiegt. Tolle Balance! Von der Struktur her noch jung, in punkto Aromatik und Farbe aber überraschenderweise bereits über dem Zenith.
Gesamturteil: Ein Botrytis-Wein zum Austrinken: 17/20
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ḣaróu

Fratelli Maroni Sagl, Biasca, Vino dolce della Svizzera Italiana
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Uva Americana (vitis labrusca)
Jahrgang: unbekannt
Preis: Ca. CHF 55.– (0,5 l)
Degustiert: 4/2018
Freudiger: Verwirrendes Grüngelb. In der Nase Iltispisse (sorry, Insider), im besten Fall Litschi. Ungewohnt auch im ersten Eindruck: weisse Johannisbeeren, Brennnesselsud, kalter Verveinetee, medizinische Noten. Aber sehr erfrischend und nicht zu süss. Leichtfüssig, schöne, fast prickelnde Säure mit viel Zug. Unkonventioneller Abgang. Ein völlig ungewöhnlicher, spannender Süsswein; man könnte aber auch von einem Missverständnis sprechen...
Gesamturteil: Für Spinner, Freaks und alle, die schon alles gehabt haben. Für mich 13/20
Kaletsch: Honigfarbenes Dunkelgelb. Schon beim Riechen an diesem Wein schlägt einem eine geballte Ladung Aromen entgegen. Die unverkennbare Uva Americana-Nase versetzt einen auf eine Terrasse im Tessin, wo man von den reifen Trauben nascht. Am Gaumen setzt sich die Aromenexplosion fort. Dank dem wunderbaren Süsse-Säure-Spiel ist dieser Dessertwein frisch, nie mastig und alles andere als zu süss. Ein überaus gelungener Versuch einer Spezialität in einer Mikro-Auflage.
Gesamturteil: Ein Süsswein für Nonkonformisten! 17,5/20
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