Quilceda Creek CVR Red 2012

Quilceda Creek Winery, Columbia Valley, Washington
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 83% Cabernet Sauvignon, 11% Merlot, 4% Cabernet Franc, 1% Petit Verdot, 1% Malbec
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 50.–
Bezugsquelle:  
Degustiert: 4/2022
Freudiger: Dichtes, sehr dunkles Bordeaux-Rot, gefällige, um den Finger wickelnde Düfte, bisschen Red Bull, crowd-pleasing. Breitschultriger Auftritt, kommt daher wie eine kalifornische Blondine nach vielen Schönheitsoperationen. Nuttig im rosa Bikini. Eine Fruchtbombe mit viel Vanille und etwas Rumtopf. Langweiliger Abgang. Irgendwo auch einfach simpel. Man könnte sich fast schämen, das zu mögen…
Gesamturteil: Für mich nicht zu bewerten: irgendwo zwischen 14/20 und 18/20
Kaletsch: Sehr dunkles Purpur mit bräunlichen Rändern. In der Nase rotbeerige Frucht und Veilchen, aber vor allem Reifenoten: Tabak, Leder und viel Zedernholz (100% französische Eichenbarriques). Am Gaumen sehr extrahiert: Frucht und sehr viele feine Tannine. Ultramodern vinifiziert und sehr lang. Braucht sicher noch zehn Jahre.
Gesamturteil: Wers modern mag: 17,5 (Potenzial 18,5)
 
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Jarvis Lake William 1997

Jarvis Estate, Napa, California
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 46% Merlot , 32% Cabernet Sauvignon, 20% Cabernet Franc, 2% Petit Verdot
Jahrgang: 1997
Preis: Ca. CHF 170.–
Degustiert: 2/2022
Freudiger: Klassisches Bx-Rot, kaum Altersnoten. Herrliche Kräuterdüfte, dazu im Hintergrund Cassis und ein Hauch Peperoni, gerade richtig. Sehr dichter, substanzieller Auftritt. Komplex, vielschichtig, fleischig, hedonistisch, Holz perfekt eingebunden, im seidenen Abgang geradezu frisch.
Gesamturteil: Seeeehr kalifornisch, aber auch seeeeer fein: 19/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit minimal aufhellenden Rändern. Sehr einladende Nase mit Frucht und Bordeaux-liken Tertiärnoten: Kräuter, Leder, Tabak. Am Gaumen dicht, aber gleichzeitig elegant und mit einer traumhaften Reifesüsse. Befindet sich auf dem absoluten Reifepeak und ist ein Trinkspass, wie er einem mindestens einmal im Leben gegönnt sein sollte. Nicht ohne Grund bezeichnete Winemaker-Legende Dimitri Tchelistcheff 1997 als «Jarvis vintage of the century»!
Gesamturteil: Zurücklehnen, innehalten, geniessen: 19/20
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The velvet devil 2016

Charles Smith Wines, Mattawa, Washington State, USA
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 91 % Merlot, 9% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 17.–
Degustiert: 10/2019
Freudiger: Klassisches Bordeaux-Rot, verhaltene, eher rotfruchtige Nase. Am Gaumen klare, gradlinige Merlotfrucht ohne Ecken und Kanten. Sehr gefällig, durchaus elegant, keine Neue-Welt-Opulenz, keine Aufdringlichkeit aber auch ein wenig eindimensional und auf etwas ordinäre Weise schön. So mag sich ein Jüngling ein französisches Edelnüttchen vorstellen. (Ich weiss, ich weiss, ich geh mir das Maul mit Seife auswaschen).
Gesamturteil: Samt ist da, aber wo zum Teufel ist der Teufel? 16/20
Kaletsch: Mittleres Rubin. Verlockende, aber eher zurückhaltende Nase, die nicht zwingend den Merlot zu erkennen gibt. Am Gaumen schöne Beerenaromatik, samtige (sic!) Tannine und eine beinahe schon noble Eleganz. Nichts von opulenter Beerenfrucht und Extraktexzessen, wie man es US-Weinen gerne vorwirft. Sehr gefällig und gekonnt vinifiziert. Ein erstaunlicher Trinkspass in dieser Preiskategorie.
Gesamturteil: Charles Smith rules! 17/20
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Papillon 2014

Orin Swift, Napa Valley Red Wine
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot, Malbec, Cabernet Franc, Petite Sirah
Jahrgang: 2014
Preis: Ca. CHF 100.–
Degustiert: 11/2018, eingereicht von Adrian Warmbrodt
Freudiger: Knackiges Purpur. Rhône-Nase (!) mit coolen Frucht- und würzigen Minze-Noten, sehr einladend. Der Gaumen eine helle Freude, viel tiefgründige Frucht, dabei sehr frisch wirkend. Umwerfende Struktur und viel Tiefgang. 15,5 Umdrehungen und trotzdem elegant. Zum Schluss Teenoten und noch einmal viel Frucht. Endet lang. Der Wein ist in der Fruchtphase, daher: rasch trinken – oder 15 Jahre weglegen.
Gesamturteil: Man muss es einfach mögen, ob man will oder nicht: 19/20
Kaletsch: Tiefdunkles Purpurviolett. In der Nase eine geballte Ladung Frucht und eine exquisite Barriquewürze. Auch am Gaumen opulente Frucht, sehr dicht und mit filigranen, aber noch deutlich spürbaren Tanninen. Nie billig wirkend, sondern mit klassischer Eleganz. Tolles Gerüst mit schöner Säure, aber noch sehr jugendlich. Ein Monumentalwein, der mit Lagerung noch deutlich zulegen wird.
Gesamturteil: Nicht nur die Flasche ist ein Meisterwerk: 18/20 (Potenzial 19)
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Coppola Red Label Zinfandel 2014

Francis Coppola Diamond Collection, California
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Zinfandel und wenig Petite Sirah
Jahrgang: 2014
Preis: Ca. CHF 18.–
Degustiert: 4/2018
Freudiger: Dunkles Rubin mit orangen Reflexen. Tieffruchtige, dunkelbeerige Nase. Von A bis Z ein Gaumenschmeichler, schöne Fruchtsüsse, an der oberen Grenze des Anbiederns. Dann wiederum schwarze und rote Früchte en masse, doch nicht zu üppig. Ein Säurerückgrat verleiht dem Wein tüchtigen Biss, schön eingebundene Tannine. Sehr okay, ready to drink, unkompliziert, rutscht.
Gesamturteil: Ein Saufwein im besten Sinn des Wortes. 16/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit violetten Reflexen. Betörend fruchtig-toastige Nase mit leichten Vanillearomen. Auch am Gaumen viel schwarzbeerige Frucht, schöne Süsse, aber auch genügend Säure und feine Tannine sowie Eichenholzwürze vom perfekten Barrique-Einsatz. Es ist offensichtlich, dass hinter diesem Wein ein seriöser Winemaker steckt. Sehr gefällig.
Gesamturteil: Ein Preis-Leistungs-Weltmeister. 17,5/20
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