Korem 2007

Antonio Argiolas, Cagliari; IGT Isola dei Nuraghi
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Bovale, Carignano, Cannonau
Jahrgang: 2007
Preis: Ca. CHF 40.–
Degustiert: 4/2022
Freudiger: Düsteres Granat mit aufhellenden Rändern. Riecht wie ein australischer Shiraz, sehr fett. Am Gaumen mit einem süssen Auftakt, dann gute Struktur, sehr dicht, ausserordentlich fruchtig, gewaltig. Unglaublicher Wein, völlig in die Irre führend. Erneut der Gedanke an Shiraz, im Hintergrund lauern böse Gummibärchen. Noble Säure, absolut nicht einzuordnen! Ein schlanker Sumo-Ringer. Blind für einen Australier gehalten.
Gesamturteil: Für Fülle-Freaks 19, für mich 17/20
Kaletsch: Dunkles Purpurgranat. In der Nase paaren sich üppige Frucht (Pflaumen) mit schönen Reifearomen: Kräuter und Leder. Am Gaumen sehr jugendlich: unvergleichliche Power, sehr viel Gerbstoff und Säure bis zum Abwinken. Hat seine beste Genussreife ohne Zweifel noch nicht erreicht. Ein grosser Wein, der in einigen Jahren fraglos noch sehr viel Freude bereiten wird. Argiolas ist und bleibt ein aufsehenerregender Produzent.
Gesamturteil: Sehr viel Gegenwert fürs Geld: 18–
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Savagnin Ouillé 2019

Domaine Rolet, Appellation Arbois Contrôlée
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Savagnin
Jahrgang: 2019
Preis: Ca. CHF 20.–
Degustiert: 4/2022
Freudiger: Helles Stroh. Kräuterige, wuchtige, tiefgründige Nase mit Zitronendüften. Sehr cremiger, erstaunlich mundfüllender Auftritt, dabei aber elegant, mit gut stützender, knackiger Säure. Dunkle, laktische Noten, weisse, buttrige Blüten, aber auch weisser Tee mit Bergamotte und etwas Litschi. Sehr langer Abgang. Die Entwicklung zu verfolgen, wäre sicherlich spannend.
Gesamturteil: Interessanter, unkonventioneller Weisswein: 16/20
Kaletsch: Glänzendes Hellgelb mit grünlichen Reflexen. Sehr intensive Nase mit wilder Aromatik und Barrique-Toasting im Stile eines schweren Chardonnays. Am Gaumen trotz markanter Säure bereits jetzt sehr zugänglich: Wirkt üppig und aktuell etwas mastig, ist aber dank seiner Länge und seinem Extrakt in guter Balance. Sehr spannende Herangehensweise an die Traubensorte Savagnin, die man in dieser Region doch eher oxidativ vinifiziert kennt (Vin Jaune).
Gesamturteil: Ein Wein, der sicher noch zulegt: 16,5/20
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Diebskinzig Gemischter Satz 2017

Weingut von der Mark, Bad Bellingen, Baden Qualitätswein
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Chardonnay, Weissburgunder, Grauburgunder, Aligoté, Savagnin, Gewürztraminer, Auxerrois
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 18.–
Degustiert: 4/2022, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Golden-grünlich schimmernd, etwas Katzenpisse, aber spannend, Steinfrucht, würzig. Am Gaumen extrem mundfüllend, wuchtiger, breiter Auftritt. Spannende Blüten und Früchte, Holunder in allen Schattierungen. Weissburgunder-geprägt. Etwas gar auslandend für meinen Geschmack. Gegen Schluss noch einmal der etwas irritierende Eindruck von Uva Americana. Langer, anspruchsvoller Abgang.
Gesamturteil: Für mich fehlt hier etwas die Frische. Aber sehr gekonnt: 16/20
Kaletsch: Mittleres, glänzendes Gelb. Reife, frische Fruchtnase, sehr würzig und aromatisch und mit leichtem Uva-Americana-Touch. Auch am Gaumen eine breite Aromatik, moderate Säure und mittlere Länge. Eine wilde Assemblage, gekonnt vinifiziert von einem Master of Wine, der weiss, was er macht.
Gesamturteil: Ein Weissburgunder «avec». Spannender Blend: 16,5/20
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Rosé Sainte-Magdeleine 2020

Familie Sack-Zafiropulo, Cassis; AOP Côtes-de-Provence
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Grenache, Cinsault, Mourvèdre
Jahrgang: 2020
Preis: Ca. CHF 20.–
Bezugsquelle:  
Degustiert: 4/2022, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Schönes Zwiebelschalenrosé, ins Altrosa spielend. Ausgeprägte Beerennase, warm wirkend. Zapfenzieher macht etwas Melone aus. Süss im ersten Eindruck, dann aber mit schöner, tragender Säure und einer charmanten Bitternote. Gute Substanz, schöne Frucht, auch Kräuternoten, recht langer Abgang mit einer Andeutung von Gerbstoffen. Kann wohl sogar noch etwas reifen.
Gesamturteil: Rosé, wie er sein soll: 15/20
Kaletsch: Glänzendes, transparentes Lachsrosé – genau so, wie man sich das Auge des Rebhuhns vorstellt. Frisch-fruchtige Nase mit leicht floralen und mineralischen Anklängen. Am Gaumen sehr gefällig: frisch, mit zurückhaltender Säure gestützt und wiederum mineralisch. Sehr ausgewogen und mit mittlerer Länge. Ein Genusswein, der seriös vinifiziert ist und sich von Zuckerzeug-Rosés unterscheidet. Ideal für Apéros und die Begleitung von Fischgerichten.
Gesamturteil: Gefällig und trotzdem seriös: 16/20
 
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Quilceda Creek CVR Red 2012

Quilceda Creek Winery, Columbia Valley, Washington
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 83% Cabernet Sauvignon, 11% Merlot, 4% Cabernet Franc, 1% Petit Verdot, 1% Malbec
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 50.–
Bezugsquelle:  
Degustiert: 4/2022
Freudiger: Dichtes, sehr dunkles Bordeaux-Rot, gefällige, um den Finger wickelnde Düfte, bisschen Red Bull, crowd-pleasing. Breitschultriger Auftritt, kommt daher wie eine kalifornische Blondine nach vielen Schönheitsoperationen. Nuttig im rosa Bikini. Eine Fruchtbombe mit viel Vanille und etwas Rumtopf. Langweiliger Abgang. Irgendwo auch einfach simpel. Man könnte sich fast schämen, das zu mögen…
Gesamturteil: Für mich nicht zu bewerten: irgendwo zwischen 14/20 und 18/20
Kaletsch: Sehr dunkles Purpur mit bräunlichen Rändern. In der Nase rotbeerige Frucht und Veilchen, aber vor allem Reifenoten: Tabak, Leder und viel Zedernholz (100% französische Eichenbarriques). Am Gaumen sehr extrahiert: Frucht und sehr viele feine Tannine. Ultramodern vinifiziert und sehr lang. Braucht sicher noch zehn Jahre.
Gesamturteil: Wers modern mag: 17,5 (Potenzial 18,5)
 
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Rosso di Montalcino Banfi 2000

Castello Banfi, Castello di, Poggio alle Mura, Montalcino
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Sangiovese
Jahrgang: 2000
Preis: Ca. CHF 20.–
Degustiert: 4/2022
Freudiger: Dunkles Rubin mit Ziegelreflexen. Der Duft von dunkler Kirschfrucht mit klaren Altersnoten, etwas staubig. Am Gaumen hingegen würdevoll gealterter Sangiovese, erneut mit viel Kirsche, sehr dunkel. Wundervolle Säure, herrlich frisch, keine Altersnoten schmeckbar. Im Abgang verhalten, hier spürt man den Basiswein.
Gesamturteil: Sangiovese altert her-vor-ragend: 17/20
Kaletsch: Mittleres Granat mit ziegelroten und bräunlichen Reflexen. In der Nase korrekt und von Tertiärnoten geprägt: Ledersattel und etwas Tabak, reif und delikat. Am Gaumen dann die Überraschung: würzig und noch immer mit deutlich spürbarer Säure und Gerbstoffen. Zwar eher leicht, aber trotzdem ein grandioser Trinkspass. Und das soll nur der 22-jährige Rosso dieses renommierten Weinguts sein?
Gesamturteil: Ein grosser Name, der nicht enttäuscht: 17/20
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Chant des Vignes 2019

Domaine Cahaupé, AOC Jurançon Sec
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Gros Manseng, Camaralet
Jahrgang: 2019
Preis: Ca. CHF 19.–
Degustiert: 4/2022, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Zartes Stroh. Duftet wie ein Süsswein mit Honig und Aprikosen, aber auch Heu (!) und viel Grapefruit, auch an Sauvignon Blanc erinnernd. Am Gaumen sehr erfrischend, erneut Zitrone. Kraftvoll-wuchtig und dennoch locker wirkend. Vielseitig, charaktervoll, viel schöne Frucht. Ein Schätzeli ohnegleichen, aber wegen seiner Komplexität dennoch nicht easy drinking. Mit Sicherheit ein guter Essensbegleiter.
Gesamturteil: Preis-Leistung vom Eindrücklichsten: 17/20
Kaletsch: Helles, klares und transparentes Gelb mit grünlichen Reflexen. Die Nase? JUST WOW! Sehr frisch und aromatisch, an einen wilden Früchte-Cocktail erinnernd: grasige Holundernoten, dazu Grapefruit und Stachelbeeren. Blind mit einem Sauvignon Blanc zu verwechseln. Am Gaumen viel Druck und Power, aber von A bis Z stimmig. Schöne Länge und keinerlei Störfaktoren. Bereits jetzt ein Genuss, aber fraglos noch einige Jahre lagerfähig. Kaufen!!
Gesamturteil: Ein Weisswein, der unglaublich viel Spass bereitet: 17,5/20
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Kracher Scheurebe TBA 2015

Weinlaubenhof Kracher, Illmitz; Burgenland
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Scheurebe
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 40.–
Degustiert: 2/2022
Freudiger: Goldfarben. Dem Glas entströmen Aprikosen-Honig-Tannenspitzengelee-Düfte. Am Gaumen unglaublich opulent, dickflüssiger Nektar, wiederum mit Aprikosen und weiteren Steinfrüchten, erneut Honig und kandierte weisse Johannisbeeren. Für mich persönlich zu wuchtig, zu üppig, zu leimartig. Andererseits… hat bitte jemand ein bisschen Foie Gras?
Gesamturteil: Scheu vom Süssweingott. Freaks werden sagen: 19/20
Kaletsch: Honigfarben mit bräunlichem Einschlag. Ultrafruchtige Botrytis-Nase mit Birnen, Honig, Mandarinen, Orangenzesten und Vanille. Auch am Gaumen eine unglaubliche Aromenfülle: dicht, komplex und dank der frischen Säure trotzdem zugänglich. Für den einen oder die andere sicher etwas zu dickflüssig, aber geht Süsswein tatsächlich besser?
Gesamturteil: Kracher ist ein Meister seines Fachs: 19+/20
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Barahonda Organic Barrica 2019

Bodegas Barahonda, Yecla, DOC Yecla
Rubrik: Alltagswein
Trauben: Monastrell, Syrah
Jahrgang: 2019
Preis: Ca. CHF 16.–
Degustiert: 2/2022
Freudiger: Violettreflexe und markante Pfeffernase, grosse Üppigkeit versprechend. Sehr fruchtsüsser, charmanter Auftritt mit syrahtypischer Minze. Wirkt sehr üppig, etwas überkonzentriert (Zapfenzieher: «Frucht-Eclat im Yecla»), aber sehr trinkig. Auch viel Holz; da hat man etwas gar viel gewollt. Irritierend ist die etwas heftige Adstringenz im Abgang: Die massiven, ein bisschen ungehobelten Gerbstoffe passen nicht ganz ins Bild.
Gesamturteil: Etwas gar gemacht, aber tolle Preis-Leistung: 17/20
Kaletsch: Dunkles Purpurviolett mit violetten Rändern. In der Nase sehr frisch, mit Zedernholz und Minzaromatik. Auch am Gaumen frische Frucht, mit erstaunlicher Komplexität. Gleichzeitig aber sehr trinkig. Vielleicht nicht terroirtypisch, aber alles in allem doch sehr gelungen.
Gesamturteil: Viel Biowein für wenig Geld: 16,5/20
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Château Lagrange (St-Julien) 1994

Château Lagrange; 3e Grand Cru Classé Saint-Julien AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet-Sauvignon, Merlot
Jahrgang: 1994
Preis: Ca. CHF 80.–
Degustiert: 2/2022
Freudiger: Deutlich gereifte, aber noch intakte Farbe. Absolut klassische Bordeaux-Nase mit heimeligen Peperoniklängen, daneben Waldpilze und Zigarrenkiste. Der Körper auf der eleganten, ja, aristokratischen Seite mit Kaffeenoten und Leder, etwas Waldboden, aber immer auch schöne (Cassis-)Frucht im Hintergrund. Wirkt ganz leicht ausgezehrt und müde im mittleren Gaumen, gegen Schluss hingegen noch vif. Für mich eher am Ende, aber die Klasse drückt durch.
Gesamturteil: Slightly over the top: 17,5/20
Kaletsch: Purpurrot mit minimal aufhellenden Rändern. In der Nase ein echter Bordeaux-Klassiker: Leder, Tabak, Kräuter und Zedernholz. Am Gaumen besticht die aristokratische Eleganz. Tertiärnoten, Frucht, Säure und viel Tannin, alles in perfekter Balance. Dazu eine herrliche Reifesüsse. Wegen des Gerbstoff-Jahrgangs empfiehlt sich das Dekantieren.
Gesamturteil: Was will man mehr? 18–/20
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Pinot Grigio Jermann 2020

Cantina Jermann SRL, Venezia Giulia IGT, Friaul
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Pinot Gris
Jahrgang: 2020
Preis: Ca. CHF 20.–
Degustiert: 2/2022, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Sattes Goldgelb. Dezent rauchige Nase mit Butterbirne und etwas Quitten. Am Gaumen üppig, wiederum mit Quittenaromen, etwas Honig und Butter, dabei aber mit einem strahlenden Säurerückgrat. Mit der Zeit kommt immer mehr Apfel zum Vorschein und die Säure wirkt plötzlich etwas gar heftig. Weitgehend trocken vinifiziert, hohe Sortentypizität. Im Abgang mit einer kecken Bitternote und etwas Gerbstoffen.
Gesamturteil: Gekonnt gemacht, aber nicht so mein Ding: 14/20
Kaletsch: Klares, helles Strohgelb mit minimalen grünlichen Reflexen. Üppig-fruchtige, reife Nase mit Birnen- und Quittenaromatik, sehr sortentypisch. Trocken, aber nicht stahlhart vinifiziert: frische, nervige Säure und mittlere Länge. Wirkt sehr zugänglich und bekömmlich. Ein unprätentiöser Wein, der Spass macht und sich für Apéros und als Essensbegleiter eignet.
Gesamturteil: Aromatisch und für italienische Verhältnisse fast schon lieblich: 16,5/20
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Monopati 2015

Aivalis Winery, Nemea, Griechenland; PDO Nemea
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Agiorgitiko
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 30.–
Degustiert: 2/2022
Freudiger: Klassisches Bordeauxrot, am Rand etwas aufhellend. Sehr dichter, mundfüllender Auftritt. Kraftvoll, schwarzfruchtig, viel Brombeere aber auch bereits Ledernoten. Insgesamt am Gaumen noch etwas gar wild und im Abgang Gerbstoffe für 10 Jahre! Die Agiorgitiko-Traube zeigt hier ihr Riesenpotenzial. Unbedingt karaffieren, dann ist es schon jetzt ein toller Essensbegleiter.
Gesamturteil: In der Schweiz aktuell leider nicht erhältlich. Potenzial für 18+/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot. In der Nase dunkle Früchte und erste Tertiäraromen. Am Gaumen viel Gerbstoff und eine schier unendliche Länge: im Abgang immer adstringierender, bis er am Schluss ganz zumacht. Ein wilder, ungefilterter Geselle, der noch zehn Jahre Lagerung verträgt. Aber zweifellos ein Klassewein!
Gesamturteil: Spannendes Produkt eines Topwinzers: aktuell 17/20
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Zweigelt Hermann 2011

Weinbau Peter & Rosi Hermann, Fläsch; AOC Graubünden
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Zweigelt
Jahrgang: 2011
Preis: Ca. CHF 35.–
Degustiert: 2/2022
Freudiger: Strahlendes Rubin mit aufhellenden Rändern, fast jugendlich wirkend. Verhaltene rotfruchtige Nase. Mit der Zeit immer intensivere Waldfrüchte. Am Gaumen üppig bei erstaunlicher Komplexität mit tiefdunklen Fruchnoten. Das noch spürbare Holz ist perfekt eingebunden. Abgang mittellang. Ein sehr entspannter, in sich ruhender Wein in perfekter Trinkreife.
Gesamturteil: Die Hermanns können Zweigelt! 18/20
Kaletsch: Dunkles, glänzendes Purpurrubin ohne Alterserscheinungen. Eine schwelgerische, reif-fruchtige Nase zum Niederknien. Auch am Gaumen viel Frucht und einige Kräuteraromen. Schönes Säure-Rückgrat und alles in allem eine bewundernswerte Ausgewogenheit: perfekte Genussreife und noch immer eine beeindruckende Länge.
Gesamturteil: So macht Zweigelt Spass! 17,5/20
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Chambolle Musigny 1er Cru Aux Charmes 1994

Domaine Christian Clerget, Vougeot
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 1994
Preis: Ca. CHF 90.–
Degustiert: 2/2022
Freudiger: Ins Rostrote ziehendes Ziegelrot mit Wasserrändern. Klassische PN-Nase mit Noten von reifen Walderdbeeren. Herrlich fruchtsüsser Auftritt. Schöne Substanz, wiederum rote Beeren, etwas Kaffee und Leder. Mächtige Säure. Leichte Andeutungen von Ausgezehrtheit und ein ganz klein wenig Stall. Am Schluss dann Gerbstoffe für weitere 10 Jahre. Sehr schöner Burgunder, aber alles in allem wollen die Eindrücke von Auge, Nase, Gaumen und Abgang nicht ganz zusammenpassen.
Gesamturteil: Insgesamt erstaunlich, wie fit der noch ist: 18/20
Kaletsch: Transparentes Ziegelrot mit bräunlichen Reflexen. Sehr reife Nase mit tertiären und zarten floralen Noten. Die Frucht ist nur noch zu erahnen. Am Gaumen dicht und noch immer mit viel Säure und beachtlichen Tanninen. Die sprichwörtliche Balance zeugt von einer hervorragender Vinifikation. Sehr lang und sehr extraktreich. Ein Klassewein aus einem Gerbstoffjahr, der sogar noch einige Jahre gelagert werden könnte.
Gesamturteil: Erstklassige Lage, hervorragender Winzer: 17,5/20
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Garanoir Weidmann 2016

Weidmann Wein Regensberg, Zürcher Unterland
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Garanoir
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 28.–
Degustiert: 2/2022, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Fast schwarz. Holzbetonter Duft mit leicht dumpfen Anmutungen und etwas Kräutern; mit der Zeit zeigen sich dunkle Früchte. Auch am Gaumen üppige schwarze Frucht, hohe Fruchtsüsse (Rumtopf, Amarone-Feeling), noch immer dominiert vom Holz. Sehr viel Substanz, sehr dicht gewoben und kompakt, der Wein ist fast kaubar. Fast etwas zu ausladend vinifiziert.
Gesamturteil: Ein erstaunliches Gamaret-Erlebnis aus Zürich: 16/20
Kaletsch: Sehr dunkles Purpur. Üppig-fruchtige Nase mit viel Zedernholz und Rumbeeren, leicht alkoholisch. Am Gaumen saftig und traumhaft ausgewogen, auch da bleibt der Eindruck von Rumtopf und feinem Rauch. Mittlere Länge. Ein Genusswein, wie er im Buche steht: gerne mehr davon!
Gesamturteil: Weidmanns können Garanoir! 17/20
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Astrales 2011

Bodegas Los Astrales, DO Ribera del Duero
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Tinto Fino
Jahrgang: 2011
Preis: Ca. CHF 40.–
Degustiert: 2/2022
Freudiger: Dunkles Granat, am Rand aufhellend. Zunächst schöne Kräuter-Nase, tiefgründig und geheimnisvoll, multidimensional, dann entwickeln sich aber zunehmend Gummibärchen und Vanillenoten. Am Gaumen perfekt gemachter, moderner Wein mit allem, was dazugehört: Vanillerutschbahn, verführerische Fruchtnoten, druckvolle Textur. Der Abgang mit schön runden Gerbstoffen. Für die gehobene Party der Generation Red Bull.
Gesamturteil: Ultramodern, aber extrem gekonnt: 18/20
Kaletsch: Dunkles Granatpurpur mit aufhellenden Rändern. Reife, opulente Nase mit viel schwarzer Frucht und Zedernholz. Auch am Gaumen würzig und üppig, mit feinen Tanninen (viel Holz!), beachtlicher Länge und einer betörenden, konfitürig-schokoladigen Reifesüsse. Ein veritabler Trinkspass, der noch einige Jahre anhalten wird.
Gesamturteil: Genuss, Genuss, Genuss: 18–/20
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Aime Terre 2020

Gerard und Etienne Javet, Vully
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2020
Preis: Ca. CHF 28.–
Degustiert: 2/2022, eingereicht von Daniel Leuenberger
Freudiger: Durchscheinendes Granat. Geheimnisvolle, etwas undefinierbare Nase mit etwas Apfelhurt, viel Erde und einem Hauch von in Aceton eingelegten Erdbeeren. Mundgefühl interessant, schwer zu definierende Frucht (Kumquat?) Dicht, durchaus substanziell, mit durchaus langem Abgang. Nichts ist falsch, aber irgendwie auch nichts, das ich trinken möchte.
Gesamturteil: Ungeschwefelt und undefinierbar: 12/20
Kaletsch: Mittelhelles Granat mit aufhellenden Rändern. Momentan etwas verschlossene Nase mit zarten Fruchtklängen und Holzaromen, eher atypisch für Pinot Noir. Am Gaumen dicht und konzentriert, viel Extrakt und eine beeindruckende Balance zwischen Säure und Gerbstoff. Ein langer Wein mit viel Stoff, der sich aktuell in einer reduktiven Phase befindet. Seine Vielschichtigkeit und Eigenwilligkeit verspricht aber einiges!
Gesamturteil: Seriöser Biowein, der noch ein paar Jährchen braucht: 16,5/20
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Jarvis Lake William 1997

Jarvis Estate, Napa, California
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 46% Merlot , 32% Cabernet Sauvignon, 20% Cabernet Franc, 2% Petit Verdot
Jahrgang: 1997
Preis: Ca. CHF 170.–
Degustiert: 2/2022
Freudiger: Klassisches Bx-Rot, kaum Altersnoten. Herrliche Kräuterdüfte, dazu im Hintergrund Cassis und ein Hauch Peperoni, gerade richtig. Sehr dichter, substanzieller Auftritt. Komplex, vielschichtig, fleischig, hedonistisch, Holz perfekt eingebunden, im seidenen Abgang geradezu frisch.
Gesamturteil: Seeeehr kalifornisch, aber auch seeeeer fein: 19/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit minimal aufhellenden Rändern. Sehr einladende Nase mit Frucht und Bordeaux-liken Tertiärnoten: Kräuter, Leder, Tabak. Am Gaumen dicht, aber gleichzeitig elegant und mit einer traumhaften Reifesüsse. Befindet sich auf dem absoluten Reifepeak und ist ein Trinkspass, wie er einem mindestens einmal im Leben gegönnt sein sollte. Nicht ohne Grund bezeichnete Winemaker-Legende Dimitri Tchelistcheff 1997 als «Jarvis vintage of the century»!
Gesamturteil: Zurücklehnen, innehalten, geniessen: 19/20
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Viña Real Reserva 2015

CVNE (Compania Vinicola del Norte de España), Laguardia, Alava; DOC Rioja
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Tempranillo
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 19.–
Degustiert: 12/2021
Freudiger: Klassisches Bordeauxrot, prägnanter, im Ansatz sehr parfümiert wirkender Duft, gleichzeitig der Eindruck von etwas flüchtiger Säure mit Aceton. Anders am Gaumen: runder, rotfruchtiger Auftritt, warm, ruhiges Holz. Der Wein wirkt bereits harmonisch, gute samtene Struktur, viel seriöse und sehr würzige Substanz vorhanden. Die noch recht wuchtigen Gerbstoffe weisen aber auf ein riesiges Alterungspotenzial hin. Mit Sicherheit sehr, sehr viel Rioja fürs Geld, aber Gesamturteil wegen der eventuell leicht fehlerhaften Nase schwierig.
Gesamturteil: Eindrückliches Erzeugnis vom Giganten der Region: 15–18/20
Kaletsch: Mittleres Purpur mit violett-ziegelrotem Touch. In der Nase zuerst ein leichter Aceton-Stich, dahinter dunkle, gekochte Früchte, Teer und eine dezente Vanillenote. Am Gaumen frisch, schöne Säure und deutlich spürbare Gerbstoffe. Auch hier etwas Vanille und süsslich-konzentrierte Frucht. Ein modern vinifizierter Rioja für ein breites und auch jugendliches Publikum.
Gesamturteil: Crossover zwischen Klassik und Moderne: 16,5/20
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Spiezer Riesling-Sylvaner 2019

Rebbau Spiez Genossenschaft, Ursula Irion, Spiez; AOC Thunersee
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Riesling-Sylvaner
Jahrgang: 2019
Preis: Ca. CHF 19.–
Degustiert: 12/2021
Freudiger: Zartes Zitronengelb. Schöne, helle, frische Frucht mit Zitrusnoten und weissen Blüten. Auch am Gaumen herrlich frisch, erneut mit Zitrusnoten, weissen Früchten, einem Hauch von Muskat und herbem, mineralischem Charme. Kurzer Abgang. Ein unkomplizierter, sehr trinkiger Wein. Der Nachfolgejahrgang wurde am Grand Prix du Vin Suisse als bester Riesling-Sylvaner ausgezeichnet.
Gesamturteil: Perfekter Apéro-Wein, der sich aber auch zu Fisch gut macht: 15,5/20
Kaletsch: Helles, klares und glänzendes Gelb. Würzig-fruchtige Nase mit feiner Hefenote und Zitrusaromen, sehr sortentypisch. Am Gaumen sehr frisch, leicht und ohne aggressive Säure. Eher kurz. Ein ehrlicher Riesling-Sylvaner, der nichts vorgaukeln will und Spass macht.
Gesamturteil: Leicht und easy-drinking: 15/20
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