Korem 2007

Antonio Argiolas, Cagliari; IGT Isola dei Nuraghi
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Bovale, Carignano, Cannonau
Jahrgang: 2007
Preis: Ca. CHF 40.–
Degustiert: 4/2022
Freudiger: Düsteres Granat mit aufhellenden Rändern. Riecht wie ein australischer Shiraz, sehr fett. Am Gaumen mit einem süssen Auftakt, dann gute Struktur, sehr dicht, ausserordentlich fruchtig, gewaltig. Unglaublicher Wein, völlig in die Irre führend. Erneut der Gedanke an Shiraz, im Hintergrund lauern böse Gummibärchen. Noble Säure, absolut nicht einzuordnen! Ein schlanker Sumo-Ringer. Blind für einen Australier gehalten.
Gesamturteil: Für Fülle-Freaks 19, für mich 17/20
Kaletsch: Dunkles Purpurgranat. In der Nase paaren sich üppige Frucht (Pflaumen) mit schönen Reifearomen: Kräuter und Leder. Am Gaumen sehr jugendlich: unvergleichliche Power, sehr viel Gerbstoff und Säure bis zum Abwinken. Hat seine beste Genussreife ohne Zweifel noch nicht erreicht. Ein grosser Wein, der in einigen Jahren fraglos noch sehr viel Freude bereiten wird. Argiolas ist und bleibt ein aufsehenerregender Produzent.
Gesamturteil: Sehr viel Gegenwert fürs Geld: 18–
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Rosso di Montalcino Banfi 2000

Castello Banfi, Castello di, Poggio alle Mura, Montalcino
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Sangiovese
Jahrgang: 2000
Preis: Ca. CHF 20.–
Degustiert: 4/2022
Freudiger: Dunkles Rubin mit Ziegelreflexen. Der Duft von dunkler Kirschfrucht mit klaren Altersnoten, etwas staubig. Am Gaumen hingegen würdevoll gealterter Sangiovese, erneut mit viel Kirsche, sehr dunkel. Wundervolle Säure, herrlich frisch, keine Altersnoten schmeckbar. Im Abgang verhalten, hier spürt man den Basiswein.
Gesamturteil: Sangiovese altert her-vor-ragend: 17/20
Kaletsch: Mittleres Granat mit ziegelroten und bräunlichen Reflexen. In der Nase korrekt und von Tertiärnoten geprägt: Ledersattel und etwas Tabak, reif und delikat. Am Gaumen dann die Überraschung: würzig und noch immer mit deutlich spürbarer Säure und Gerbstoffen. Zwar eher leicht, aber trotzdem ein grandioser Trinkspass. Und das soll nur der 22-jährige Rosso dieses renommierten Weinguts sein?
Gesamturteil: Ein grosser Name, der nicht enttäuscht: 17/20
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Kairos 2015

Zymé di Celestino Gaspari, San Pietro in Cariano, IGP Rosso Veneto
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 15 Traubensorten (darunter vier weisse!)
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 12/2021, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Düsteres, fast schwarzes Erscheinungsbild. Schon die Nase weist mit einem massiven Duft nach zerquetschten Rosinen auf getrocknetes Traubenmaterial hin. Dann happig mundfüllender Pflaumenkompott mit viel Lakritz und Schokolade, sehr muskulös und dicht, fast kaubar, ohne indessen zu üppig zu wirken: Ein schönes Säurerückgrat verhilft dem Wein vielmehr zu einer gewissen Eleganz. Die Gerbstoffe zusammen mit der grossartigen Substanz verleihen diesem Italiener eine wohl fast unendliche Alterungsfähigkeit.
Gesamturteil: Nicht mein Typ Wein, aber sehr gekonnt gemacht: 18/20
Kaletsch: Tiefdunkles, fast schwarzes Purpur. Intensive, ätherische Nase mit üppigen Fruchtaromen (Rumtopf) im besten Amarone-Stil. Im Gaumen vollmundig und üppig: Rosinen, Schokolade und dunkle Früchte. Sehr extrahiert und noch markante Tannine, herber Abgang. Obwohl der Wein noch weit von seiner idealen Trinkreife entfernt ist, zeigt sich deutlich, dass ein grosser Name dahintersteht: Celestino Gaspari war einst Winemaker bei Giuseppe Quintarelli... Für Amarone-Fans ein Must!
Gesamturteil: In 10 oder 20 Jahren wieder: 18/20 (Potenzial 19)
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Aglianico dal Re 2016

Feudi di San Gregorio, Sorbo Serpico (Avellino), DOC Irpinia
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Aglianico
Preis: Ca. CHF 22.–
Bezugsquelle: Casa del Vino
Degustiert: 11/2021, eingereicht von Casa del Vino
Freudiger: Kerniges Kirschrot. Pflaumiger, sehr warmer und intensiver Duft. Im Ansatz schöne Fruchtsüsse mit Wildkirschen und Zwetschgen. Am Gaumen gut strukturiert, eher auf der eleganten Seite mit zupackender Säure. Mit etwas Belüftung zeigt der Wein zunehmend Röstnoten und etwas Leder. Recht langer, sehr trockener Abgang mit ganz leichter Bitternote, die aber nicht stört. Bereits trinkreifer Essensbegleiter.
Gesamturteil: Südwein mit Charme und Eleganz: 17/20
Kaletsch: Mittleres Rubinrot mit aufhellenden Rändern und minimal bräunlichem Einschlag. Intensive Frucht-Nase, leicht überreif und alkoholisch wirkend, mit feinen Röst- und Tertiäraromen und einem Anflug von Oxidation zu Beginn. Üppig und würzig. Am Gaumen breit, mit einer schönen Struktur, obwohl eher gerbstofflastig. Ein frischer, ehrlicher Wein in idealer Trinkreife.
Gesamturteil: In diesem Preissegment sehr beachtlich: 17–/20
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Nebbiolo Trediberri 2020

Società agricola Trediberri, La Morra, DOC Langhe
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Nebbiolo
Jahrgang: 2020
Preis: Ca. CHF 22.–
Degustiert: 8/2021, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Jugendliches, sehr helles Rot mit Violettreflexen. Ungestümer, kirschenduftiger, ungemein frischer Auftakt. Auch am Gaumen explosiv und sehr ausdrucksstark, erneut Kirschen à discrétion. Im Abgang derzeit noch stark adstringierend jedoch ohne jede Ruppigkeit. Dürfte bereits jetzt beispielsweise zu Tajarin al limone grosses Vergnügen bereiten. Hat aber eine schöne Entwicklung vor sich.
Gesamturteil: Ein leicht überdrehter Teenie, mit dem man sofort Freundschaft schliesst: 16/20
Kaletsch: Mittleres, transparentes Rot mit violetten Reflexen. Sehr frische, rotbeerige Nase mit viel Kirschenfrucht. Geht am Gaumen sofort in die Breite: dicht und mit sehr feinen, aber gut spürbaren Tanninen, die nichts mit der Ruppigkeit anderer Nebbiolos zu tun haben. Hat gleichzeitig Power und Eleganz! Die grösste Überraschung ist seine Zugänglichkeit: Kann bereits jetzt als Essensbegleiter genossen werden.
Gesamturteil: Aufregender Trinkspass für wenig Geld: 17+/20
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Terra di Lavoro 2006

Azienda Agricola Biologica Galardi, Caserta, IGT Roccamonfina
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 80% Aglianico, 20% Piedirosso
Jahrgang: 2006
Preis: Ca. CHF 80.–
Degustiert: 8/2021, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Düsteres Rot. Im Duft bereits klare Tertiärnoten, erinnert an Bordeaux. Dieser Eindruck wiederholt sich am Gaumen: Bordeaux-Blend inklusive einer Andeutung von Peperoni-Noten. Pflaumenkompott mit Kräutern, druckvoll, gut strukturiert. Gegen Schluss zeigen sich noch einige Tannine, für mich dennoch perfekte Trinkreife. Erst im ellenlangen Abgang zeigt sich die süditalienische Herkunft. Jedenfalls, wenn man es weiss...
Gesamturteil: Mein bisher bester Aglianico: 18/20
Kaletsch: Dunkles, dichtes Purpur mit leicht bräunlichem Einschlag. Schöne, reife Bordeaux-Blend-Nase mit Kräutern, Grafit, Teer, Waldboden und schwarzen Früchten. Am Gaumen klassisch und komplex: beeindruckende Struktur und Länge, genügend Säure und am Schluss noch adstringierende Gerbstoffe. Ein absoluter Klassewein, der erst am Anfang seiner Trinkreife angelangt ist. Legt mit fünf Jahren Lagerung sicher noch zu. Die 97 Parker-Punkte sind gar nicht mal so übertrieben!
Gesamturteil: Gross, ganz gross! 18,5/20 (Potenzial 19)
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Barolo Borgogno 2013

Giacomo Borgogno & Figli, DOCG Barolo
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Nebbiolo
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 50.–
Bezugsquelle: Casa del Vino
Degustiert: 10/2021, eingereicht von Casa de Vino
Freudiger: Durchscheinendes Granatrot mit aufhellenden Rändern. Diskrete, etwas alkoholische Nase mit einem Hauch Aceton, öffnet sich aber zusehends. Am Gaumen schöne Struktur mit viel würzigem Extrakt, Noten von Tee und Waldboden. Sanfter Druck mit dunkler Frucht, auch Lakritz, später gesellt sich Trüffel dazu. Am Schluss machen massive aber herrlich rollende Gerbstoffe deutlich, dass der Wein ein grosses Alterungspotenzial aufweist. Ein Barolo mit erstaunlich wenig Ecken und Kanten, der mit jeder Minute grösser wird.
Gesamturteil: Vergleichsweise günstig, modern und klassisch zugleich: 18,5/20
Kaletsch: Mittelhelles Granat mit helleren Rändern. Schöne, rotbeerige Nase mit ersten Reifenoten, Tee- und Kräuteraromen. Am Gaumen zeigt die markante Säure, wo der Bartli den Most holt: viel Power, viele erstaunlich filigrane Gerbstoffe und eine tolle Länge. Aber auch überraschend viel Frucht und eine angenehme Würzigkeit. Die für klassische Baroli typische Gerbstoffkeule bleibt aus. Legt mit zunehmenden Alter sicher noch zu!
Gesamturteil: Und das soll nur der Basiswein sein? 18– (Potenzial 18,5/20)
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Ilatraia 2009

IGT Maremma Toscana , Brancaia, Radda in Chianti
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 40% Petit Verdot, 40% Cabernet Sauvignon, 20% Cabernet Franc
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 6/2021
Freudiger: Glanzvolles, sehr dunkles Rot. Noble, tiefwürzige, ganz leicht alkoholische Nase. Uuuuund dann: Toskana und Bordeaux gleichzeitig. Tolle Frucht, Wahnsinnssubstanz. Sehr dicht, auch dickflüssig, etwas Rumtopf, extrem viel Grip. Stahlhammer im Samtkleid. Im Abgang wirkt der Wein voll ausgereift, die restlichen Tannine sind bereits eingebunden. Aber dieser Peak wird Jahre anhalten, wenn nicht Jahrzehnte.
Gesamturteil: Codewort Maremma: Toskana meets Bordeaux: 18/20
Kaletsch: Dunkles Purpur. Sehr duftige, einladende Nase im Supertoskaner-Stil: üppige, rosinige Frucht, Kräuter und schöne Reifearomen. Am Gaumen setzt sich die intensive Aromatik fort, viel Power und eine unglaubliche Länge. Endet auf Gerbstoffen, die aufzeigen, dass der Peak noch nicht erreicht ist. Dieser Wein legt definitiv noch zu!
Gesamturteil: Genusswein zum Schwelgen: 18,5/20
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Chianti Classico Riserva Capanelle 2009

Capannelle, Gaiole in Chianti, DOCG Chianti Classico
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Sangiovese
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 39.–
Bezugsquelle: Casa del Vino
Degustiert: 8/2021, eingereicht von Casa del Vino
Freudiger: Sehr sattes Rot. Klassische Sangiovese-Nase mit dunklen Kirschen, Pflaume, Lakritz und Leder. Vollmundige Aromatik, massive Struktur; sehr gut eingebundenes Holz. Erneut sehr dunkle, voll ausgereifte Kirsche. Gutes, rundes, warmes Mundgefühl mit schön stützender Sangiovese-Säure. Befindet sich am Anfang der Trinkreife, könnte aber noch zulegen.
Gesamturteil: Für LiebhaberInnen der klassischen Toskana: 18/20
Kaletsch: Mittleres Karminrot mit ziegelrot-bräunlichen Reflexen. Sehr einladende, reife Nase mit Frucht, Röstnoten, Leder, Tabak und weiteren Tertiäraromen. Am Gaumen sehr dicht, mit einer für diese Traubensorte typischen, markanten Säure und filigranen Gerbstoffen, sehr klassisch. Langer Abgang, auf einer leicht herben Note endend. Kann gut noch einige Jahre gelagert werden.
Gesamturteil: Ein Spitzen-Chianti, der seinen Preis wert ist: 17,5/20
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Roma Rosso 2018

Poggio le Volpi, DOC Roma, Lazio
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Montepulciano, Syrah, Cesanese
Jahrgang: 2018
Preis: CHF 19.90
Bezugsquelle: Casa del Vino
Degustiert: 7/2021, eingereicht von Casa del Vino
Freudiger: Dunkles Rubin, intensiv fruchtige, modern wirkende Nase mit etwas Vanille. Edles, seidenes Mundgefühl. Zart und dennoch druckvoll, rund und warm. Dunkle Frucht mit Cassis, Brombeeren und Pflaumen, dazu Kräuter und mineralische Noten. Schöner Körper, gute Substanz, harmonisch. Mit etwas Belüftung setzt eine schöne Würzigkeit ein. Ein charmanter, ausserordentlich süffiger und bereits trinkreifer Wein, modern aber nicht überladen, mit einem verblüffenden Preis-Leistungs-Verhältnis.
Gesamturteil: Man werfe den Grill an! 16,5/20
Kaletsch: Dunkles Rubinpurpur mit aufhellenden Rändern. Fruchtige, dezent zurückhaltende Nase mit Toasting- und Syrah-Aromatik. Am Gaumen breit: Steht noch unter dem Eindruck der filigranen Tannine, mineralisch und leicht balsamisch. Befindet sich vermutlich in einer leicht reduktiven Phase, deshalb unbedingt dekantieren! Seriös vinifiziert und nicht auf Crowd-Pleasing getrimmt. Wird mit etwas Flaschenreifung sicher noch zulegen.
Gesamturteil: Es muss nicht immer Super Tuscan sein! 17/20 (Potenzial 17,5)
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Rosso di Montepulciano Poliziano 2016

Azienda Agricola Poliziano, Montepulciano, Toskana, DOC Rosso di Montepulciano
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 80% Sangiovese, 20% Merlot
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 4/2021
Freudiger: Mittleres Granat. Kräuterwürzige, recht erdig wirkende Nase. Am Gaumen schönes Toskanafeeling, guter Druck, säuregeprägt aber sehr süffig. Ein klassischer Pizzawein zu einem sehr fairen Preis.
Gesamturteil: Ein fröhlicher Tischgenosse für jeden Tag: 15/20
Kaletsch: Rubinrot mit leicht hellerem Rand. Leicht animalische, balsamische Nase mit roten Früchten, Kaffee, Leder und Kräutern. Am Gaumen überraschend viel Extrakt: Hier zeigt sich, dass ein grosser Name dahintersteht. Schöne Breite, aber etwas sehr säure- und gerbstoffbetont. Für diesen Preis in jedem Fall ein No-Brainer!
Gesamturteil: Ungestüme Lebenslust aus Norditalien: 15,5/20
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Giusto di Notri 2000

IGT Rosso Toscana, Tua Rita, Suvereto
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 55% Cabernet Sauvignon, 35% Merlot, 10% Cabernet Franc
Jahrgang: 2000
Preis: Ca. CHF 80.–
Degustiert: 4/2021, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Schönes, tiefdunkles Kirschrot ohne Alterstöne. Ungemein frische Nase mit sehr viel italienischen Kräutern, deutlich Oregano. Auch am Gaumen trotz Bordeaux-Blend sehr viel Italianità. Schöne Fruchtsüsse, sehr präsent, erneut getrocknete Kräuter. Im Abgang sind allererste Altersnoten spürbar, aber die tragende Säure sorgt für Kontinuität. Immer noch ziemlich adstringierend, aber in schönster Trinkreife. Macht sehr viel Spass!
Gesamturteil: Hach, dieses Val di Cornia, dieses Suvereto: 19/20
Kaletsch: Leicht getrübtes Dunkelpurpur. Vielseitige, animalisch-erdige Nase im Bordeaux-Stil mit dunklen Früchten, Waldboden, Leder, Tabak und Mokka. Am Gaumen setzt sich die Bordeaux-Blend-Aromatik fort. Perfekte Trinkreife mit betörender Extraktsüsse und immer noch präsenten Gerbstoffen am Schluss.
Gesamturteil: Auf dem absoluten Genuss-Peak: 18+/20
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Brunello di Montalcino Biondi-Santi 1973

Biondi-Santi DOC, Tenuta Greppo
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Sangiovese
Jahrgang: 1973
Preis: Ca. CHF 200.–
Degustiert: 2/2021
Freudiger: Schönes, fast jugendliches Weinrot, lediglich einige Andeutungen von ziegelroten Reflexen. In der Nase klar von Tertiäraromen geprägt: Leder, Wald, Zedernholz, Zigarre, dazu ein paar Klänge von schwarzer Frucht. Mit der Zeit setzt sich Brombeere durch. Erstaunliche Säure, aber eher doch etwas gar dünn. Ein bisschen ausgezehrt, klar over the top. Fruchtsüsse und ein bisschen Struktur sind noch zu erahnen. Endet auf einer Bitternote, die sehr lange anhält. Hinterlässt den überzeugten Jungweintrinker in zwiespältiger Stimmung. Entwickelt sich im Glas zunächst positiv, fällt dann aber auseinander.
Gesamturteil: Nicht annähernd so gut wie stolz: 17/20
Kaletsch: Mittelhelles Rot mit deutlichem ziegelrot-bräunlichem Schimmer. In der Nase dominieren Leder, Kräuter, Tabak und animalische Aromen, dazu eine unerwartete Frische. Keinerlei oxidative, madeirisierte oder fehlerhafte Noten. Am Gaumen dann die ganz grosse Überraschung: schlank, mit durchaus präsenter Säure, genügend Power und respektabler Länge, am Ende sind sogar noch Gerbstoffe spürbar. Bleibt lange stabil und öffnet sich sogar noch zusehends. Für Altweintrinker ein Hochgenuss.
Gesamturteil: Nie erwartetes Erlebnis: 17+/20
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Emilio Primo 2017

DOC Bolgheri, Terre del Marchesato
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 24.–
Degustiert: 11/2020, eingereicht von Terravigna
Freudiger: Rubin. Charmante Gewürzpfeffernase mit dunklen Früchten. Sehr gefälliger, aufgestellter aber keineswegs anbiedernder Auftritt. Sehr schönes Mundgefühl, erneut dunkelfruchtig. Dieses Auftakt-Versprechen kann er in der Gaumenmitte nicht ganz halten und auch der Abgang gerät etwas kurz. Aber insgesamt ausserordentlich trinkig und trotz Syrah sehr typisch für die Region. Öffnet sich zusehends. Könnte noch gewinnen.
Gesamturteil: Schöner Tischwein zu einem fairen Preis: 16,5/20
Kaletsch: Frisches, mittleres Rubinrot. Betörende Nase mit üppiger Frucht und Kräutern im typischen Bolgheri-Stil. Am Gaumen dann überraschend jugendlich: braucht sicher noch 3 bis 5 Jahre bis zur perfekten Trinkreife. Leicht herber Abgang. Die Länge und Tiefe fehlen etwas, aber für diesen Preis ist dieser Wein sehr interessant!
Gesamturteil: Supertoskaner für den Alltag: 17/20
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Capitel della Crosara 2009

DOC Valpolicella Ripasso, Giacomo Montresor, Verona
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Corvina, Rondinella, Molinara
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 18.–
Degustiert: 11/2020
Freudiger: Erstaunlich helles Rot mit Wasserrändern. Sehr interessante Düfte, die ein dunkles Italienfeeling hervorrufen. Die Tochter des Hauses roch Lebkuchen, auch Biberfladen kann einem durch den Kopf gehen. Gehaltvoller Auftritt, schöner Druck, süsses Mundgefühl. Viel Kompottartiges, auch Schokolade und Kaffee, ausgewogen, von samtener Eleganz. Vor dem Kaminfeuer sicher eine Wucht, dürfte sich aber auch als Essensbegleiter sehr gut machen. Der Limburger jedenfalls stellt das Zoervleis warm.
Gesamturteil: Ein unkomplizierter Norditaliener mit Stil: 17,5/20
Kaletsch: Mittelhelles Pupurrot mit ockerbraunen Rändern. Angenehm reife Nase mit wenig Rumbeeren, Gewürzen und feinen Tertiäraromen. Am Gaumen intensiv und voll ausgereift: viel Extrakt, aber mit schöner Reifesüsse. «Amarone light»: ein echter Genusswein, der ohne ein Übermass an Alkohol auskommt. Hier ist halt ein Grosser seines Fachs für das Winemaking verantwortlich.
Gesamturteil: Preis-Leistungs-Verhältnis top! 17/20
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Coldipietrerosse 2015

DOCG Suvereto, Società Agricola Bulichella, Suvereto
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. 47.–
Bezugsquelle: Terravigna
Degustiert: 9/2020, eingereicht von Terravigna
Freudiger: Fast schwarzes Purpur. Schon in der Nase Toscana at its best: Oregano-Hitze gepaart mit Minze-Frische. Sangiovese-Anmutung, aber die Würzigkeit weist auf Cabernet Franc. Auch am Gaumen sehr italienisch. Ausserordentlich dicht, massive Frucht, eingekochte Pflaumen, Lakritze, aber auch sehr elegant. Ein durch und durch moderner Wein, trotzdem nicht parkerisiert. Unendlich viel Stoff, Holz bereits schön eingebunden, sehr geile Gerbstoffe, umgarnt mit betörender Fruchtsüsse. Ganz grosses Val di Cornia!
Gesamturteil: O.M.G.! Jetzt nur für Freaks, aber in 10 Jahren: 19/20
Kaletsch: Undurchdringliches Purpurrot mit minimal aufhellenden Rändern. Traumhafte Nase mit Kräutern und animalischen Reifenoten, Petrol und rosinigen Anklängen. Am Gaumen zeigt sich, dass der Wein erst am Anfang seiner Enticklung steht. Viel Tannin und genügend Säure bilden eine überzeugende Struktur. Nicht überextrahiert. Befindet sich immer noch im Dornröschenschlaf: in zehn Jahren sicher ein Genusserlebnis par excellence!
Gesamturteil: Ein schlafender Riese: 18,5
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Etico 2008

Val di Cecina, IGP Toscana, Azienda Agricola Aione, Montecatini
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Merlot (80%), Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 50.–
Degustiert: 7/2020, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Dunkles Granat. Klassische, kühle, geheimnisvolle Harry-Potter-Bordeaux-Nase. Schöner Trinkfluss, Himbeere und herrlich reife, rote Peperoni, dazu typisch italienische Würznoten. Dicht, finessenreich, eher etwas für Kenner. Mit seiner tollen Säure wirkt der Wein extrem frisch. Er zeigt keinerlei Alterstöne und befindet sich am Anfang seiner Trinkreife. Wem Ornellaia und Konsorten zu teuer ist, hat hier eine veritable Alternative. Kaufempfehlung.
Gesamturteil: Super-Tuscan-Trinkgenuss zu einem sehr fairen Preis: 18/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit ersten Orangetönen am Rand. Klassische Bordeaux-Blend-Nase mit Kräutern, Leder und etwas grünen Anklängen. Am Gaumen überzeugt die Balance: feine Tannine, mittlere Länge und bereits eine schöne erste Genussreife. Kein Blockbuster: Wirkt alles andere als «gemacht». In seiner eigenwilligen Art endet der ausgewogene Wein auf eher grün und grasig wirkenden Gerbstoffen, die an einen guten Chilenen erinnern.
Gesamturteil: Für einmal kein Mainstream-Supertoskaner: 17,5/20
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Marchesale 2017

AOC Bolgheri Superiore, Fattoria Terre del Marchesato, Castagneto Carducci
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Syrah, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 7/2020, eingereicht von Terravigna
Freudiger: Rubin mit Violettreflexen. Animierte, animalische, pfeffrige Nase. Wirkt im ersten Moment sehr gemacht. Eingekochte Zwetschgen, dazu viel Kirschfrucht, auch Brombeere, top Säure. Viel Substanz, die aber mit dem massiven Holzeinsatz nicht ganz mithalten kann. Gewaltige, wenn auch fein geschliffene Tannine. Ultramoderner Toskaner aus der Hipster-Ecke. Wenn alles gut geht, in 10 Jahren ein top Wein.
Gesamturteil: Jetzt kaum trinkbar, aber Potenzial für 18/20
Kaletsch: Dunkles Rubinpurpur. Sehr einnehmende Nase mit üppiger Frucht und ätherisch-alkoholisch-rosinigen Noten, dazu Anflüge von Eukalyptus und Menthol. Auch die Barriquearomen (Vanille, Caramel) sind noch deutlich spürbar. Am Gaumen rückt die Frucht in den Hintergrund, das Holz dominiert noch. Dicht, viel Extrakt und feine Tannine. Beeindruckende Länge. Ein Vin de Garde, der sehr modern vinifiziert wurde.
Gesamturteil: Ein Super-Tuscan mit viel Lagerpotenzial: 17/20 (Potenzial 18,5)
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Morellino di Scansano Riserva 2016

Morellino di Scansano DOCG, Fattoria le Pupille, Elisabetta Geppetti
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Sangiovese, Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 22.50
Bezugsquelle: Terravigna
Degustiert: 5/2020, eingereicht von Terravigna
Freudiger: Schwarz mit Rotreflexen. Unglaublich warmer und schwelgerischer Duft, der unweigerlich an Italien denken lässt: Oregano und Co., getrocknet, etwas Liebstöckel. Die grosse Oper wiederholt sich eins zu eins am Gaumen. Erneut viele Kräuter, warme Noten, dunkle Kirschfrucht (Zapfenzieher ortet Lebkuchenwürze). Schön strukturiert und sehr druckvoll. Herrlich rollende Gerbstoffe, ganz am Schluss etwas austrocknend. Aber grosses Toscana-Kino. Frau Geppetti kanns einfach.
Gesamturteil: Toscana pur, schwelg, seufz… 17,5/20
Kaletsch: Mittleres, glänzendes Rubin mit aufhellenden Rändern. Sehr intensive, würzige und kräuterige Nase; reif und einladend. Am Gaumen breit und dank sehr gut spürbarer Säure lebhaft und sehr jugendlich. Erstaunlich viel Extrakt und noch deutlich spürbare, adstringierende Gerbstoffe. Ein Wein, der sich aktuell zum Grillieren eignet oder besser noch zwei, drei Jahre gelagert wird.
Gesamturteil: Toller Gegenwert für diesen Preis: 17,5/20
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Litina Barbera d'Asti 2016

Cascina Castlet, Maria Borio, DOCG Barbera d’Asti Superiore, Costigliole d'Asti
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Barbera
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 16.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Düsteres Schwarzkirschenrot. Komplexe, expressive Nase mit (hellen!) Kirschen. Sehr frischer und ausserordentlich sinnlicher Start mit saftiger, eher rotfruchtiger Aromatik. Etwas später zeigen sich ein paar Ecken und Kanten, daher täten wohl noch ein, zwei Jahre Lagerung gut. Der Wein ist eher auf der schlanken Seite, strotzt aber vor Lebendigkeit. Maria Borios gesamte Barbera-Range ist jederzeit eine Degustation wert.
Gesamturteil: Grosses Barberavergnügen zum kleinen Preis: 17/20
Kaletsch: Dunkles, ins Violettschwarze ziehendes Rot. Sehr frische, jugendliche Nase mit paketweise Primärfrucht. Auch am Gaumen sehr intensiv: kernige, fast grasige Gerbstoffe und eine breite, gefällige Aromatik. Wirkt trotz 15% Alkohol nie gekocht oder alkoholisch. Ein Wein, der einfache Lebensfreude ausstrahlt und nichts vorgaukelt.
Gesamturteil: Idealer Essensbegleiter: 16/20
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