Bourgogne Alain Jeanniard 2011

Domain Alain Jeanniard, Morey-Saint-Denis, AOP Bourgogne
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2011
Preis: Ca. CHF 20.–
Degustiert: 8/2021
Freudiger: Helles Granat mit stark aufhellenden Rändern. Verhaltene, vielleicht etwas müde Nase. Am Gaumen ein klassischer, in Würde gealterter Pinot. Die Frucht scheint vorbei zu sein, jedoch ist noch einiges an Struktur da, desgleichen eine präsente Säure. Eher kurzer Abgang. Diesem Wein wäre ich gerne vor vier, fünf Jahren begegnet.
Gesamturteil: Over the top, lässt aber Klasse erahnen: 15/20
Kaletsch: Helles, transparentes Karminrot. Reife, einladende Nase mit schönen Tertiäraromen und nur noch wenig Frucht. Am Gaumen intensiv und sehr klassisch: beeindruckende Struktur mit stützender Säure und feinen Gerbstoffen. Noch immer viel Power. Einziges Manko: etwas wenig übriggebliebene Fruchtaromen, was aber bei einem einfachen Bourgogne nach zehn Jahren nicht verwundern darf.
Gesamturteil: Diesen Winzer muss man auf dem Radar haben! 17–/20
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Bin 128 Coonawarra Shiraz 2016

Penfolds Winery, Magill Estate, Magill SA
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Shiraz
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 43.–
Bezugsquelle: Casa del Vino
Degustiert: 8/2021
Freudiger: Fast schwarzes Rubin. Typische Eukalyptus-Düfte mit tonnenweise Cassis und anderen schwarzen Früchten. Im Gaumen Australien pur. Sehr süsser, einlullender Auftritt, mit etwas Bazooka-Joe-Feeling, Schokolade auch. Breitschultrig mit viel samtener Substanz, lässt einen träumen – um sich dann unvermittelt zu verschliessen. Jetzt treten die sehr feinen Gerbstoffe auf. Langer, sehr stolzer Abgang. Potenzial bis zum Abwinken: In zehn Jahren mal probieren?
Gesamturteil: Ja, gerne 2031 wieder ins Glas, bitte: 18/20
Kaletsch: Tiefdunkles Purpurrubin. Duftige Nase nach Zedernholz, Schokolade, schwarzbeerigen Früchten, Lakritz und etwas Eukalyptus. Am Gaumen eine üppige Fruchtsüsse, aber auch deutlich spürbare, filigrane Gerbstoffe. Extrahiert, aber gleichzeitig harmonisch und klassisch – endet auf einer bitterherben Note, die zeigt, dass die Trinkreife noch weit entfernt ist. Die Devise heisst: mindestens fünf Jahre warten!
Gesamturteil: Ein Vin de Garde: 17,5/20 (Potenzial: 18,5)
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Château Phélan-Segur 2002

AOC Saint-Estèphe, Cru Bourgeois exceptionnel
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 61% Cabernet Sauvignon, 39% Merlot
Jahrgang: 2002
Preis: Ca. CHF 45.–
Degustiert: 8/2021, eingereicht von Robert Bayard
Freudiger: Dunkles Purpur ohne jede Altersnote. Schon der Duft ist eine Einladung, nach Hause zu kommen. Viel Eukalyptus und Cassis sowohl in der Nase wie auch am Gaumen. Mittlerer Körper mit erstaunlich vifer Frucht. Das eher schwierige Jahr zeigt sich hier sehr zugänglich mit absolut klassischer Bordeaux-Aromatik. Sicher am Anfang der Trinkreife, aber die geschmeidigen Gerbstoffe weisen auf einige weitere Jahre Reifepotenzial hin.
Gesamturteil: Bordeaux ist Bordeaux ist Bordeaux ist Bordeaux: 18/20
Kaletsch: Mittleres Purpur mit aufhellenden Rändern. Reife Bordeaux-Blend-Nase mit Zedernholz, schwarzer Frucht, Tabak und etwas Leder. Am Gaumen schön ausbalanciert: feine Tannine, die im Abgang aufzeigen, dass der Wein aus einem Gerbstoffjahr stammt, dazu frische Säure. Dunkle Früchte mit Kräutern, etwas Vanille und Schokolade. Die perfekte Genussreife ist erreicht und dürfte noch einige Jahre anhalten.
Gesamturteil: Eleganz und Klassik: 18–/20
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Ilatraia 2009

IGT Maremma Toscana , Brancaia, Radda in Chianti
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 40% Petit Verdot, 40% Cabernet Sauvignon, 20% Cabernet Franc
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 6/2021
Freudiger: Glanzvolles, sehr dunkles Rot. Noble, tiefwürzige, ganz leicht alkoholische Nase. Uuuuund dann: Toskana und Bordeaux gleichzeitig. Tolle Frucht, Wahnsinnssubstanz. Sehr dicht, auch dickflüssig, etwas Rumtopf, extrem viel Grip. Stahlhammer im Samtkleid. Im Abgang wirkt der Wein voll ausgereift, die restlichen Tannine sind bereits eingebunden. Aber dieser Peak wird Jahre anhalten, wenn nicht Jahrzehnte.
Gesamturteil: Codewort Maremma: Toskana meets Bordeaux: 18/20
Kaletsch: Dunkles Purpur. Sehr duftige, einladende Nase im Supertoskaner-Stil: üppige, rosinige Frucht, Kräuter und schöne Reifearomen. Am Gaumen setzt sich die intensive Aromatik fort, viel Power und eine unglaubliche Länge. Endet auf Gerbstoffen, die aufzeigen, dass der Peak noch nicht erreicht ist. Dieser Wein legt definitiv noch zu!
Gesamturteil: Genusswein zum Schwelgen: 18,5/20
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Chianti Classico Riserva Capanelle 2009

Capannelle, Gaiole in Chianti, DOCG Chianti Classico
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Sangiovese
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 39.–
Bezugsquelle: Casa del Vino
Degustiert: 8/2021, eingereicht von Casa del Vino
Freudiger: Sehr sattes Rot. Klassische Sangiovese-Nase mit dunklen Kirschen, Pflaume, Lakritz und Leder. Vollmundige Aromatik, massive Struktur; sehr gut eingebundenes Holz. Erneut sehr dunkle, voll ausgereifte Kirsche. Gutes, rundes, warmes Mundgefühl mit schön stützender Sangiovese-Säure. Befindet sich am Anfang der Trinkreife, könnte aber noch zulegen.
Gesamturteil: Für LiebhaberInnen der klassischen Toskana: 18/20
Kaletsch: Mittleres Karminrot mit ziegelrot-bräunlichen Reflexen. Sehr einladende, reife Nase mit Frucht, Röstnoten, Leder, Tabak und weiteren Tertiäraromen. Am Gaumen sehr dicht, mit einer für diese Traubensorte typischen, markanten Säure und filigranen Gerbstoffen, sehr klassisch. Langer Abgang, auf einer leicht herben Note endend. Kann gut noch einige Jahre gelagert werden.
Gesamturteil: Ein Spitzen-Chianti, der seinen Preis wert ist: 17,5/20
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Mitolo GAM 2004

Mitolo Wines, McLaren Vale, Australien
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Shiraz
Jahrgang: 2004
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 6/2021
Freudiger: Rubin mit aufhellenden Rändern. Tiefschürfende Nase mit viel Shiraz-Stoffigkeit! Typisch australischer Gaumen mit Gummibärchen-Groove, cassis-himbeerig-minzig. Sehr frisch, aber auch etwas knallig und aufdringlich, im Übrigen durchaus elegant. Sehr schöner, seidener Trinkfluss. Im Abgang noch einmal Gummibärchen. Perfekte Trinkreife.
Gesamturteil: Kann man das nicht mögen? Nö: 18/20
Kaletsch: Undurchdringliches Dunkelpurpur, fast schwarz. In der Nase viel dunkle Frucht mit ersten Reifearomen, etwas Minze und Eichenholz. Auch am Gaumen Kompott, eine feine Säure und eine hedonistische Extraktsüsse. Schöne Länge ohne Tannin-Bremse. Ein richtiges Fruchtvergnügen, ohne billig oder zu üppig zu wirken. Im Gegenteil: für einen Australier sehr elegant.
Gesamturteil: Das Vorbild ist gut zu erahnen: 18,5/20
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Roma Rosso 2018

Poggio le Volpi, DOC Roma, Lazio
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Montepulciano, Syrah, Cesanese
Jahrgang: 2018
Preis: CHF 19.90
Bezugsquelle: Casa del Vino
Degustiert: 7/2021, eingereicht von Casa del Vino
Freudiger: Dunkles Rubin, intensiv fruchtige, modern wirkende Nase mit etwas Vanille. Edles, seidenes Mundgefühl. Zart und dennoch druckvoll, rund und warm. Dunkle Frucht mit Cassis, Brombeeren und Pflaumen, dazu Kräuter und mineralische Noten. Schöner Körper, gute Substanz, harmonisch. Mit etwas Belüftung setzt eine schöne Würzigkeit ein. Ein charmanter, ausserordentlich süffiger und bereits trinkreifer Wein, modern aber nicht überladen, mit einem verblüffenden Preis-Leistungs-Verhältnis.
Gesamturteil: Man werfe den Grill an! 16,5/20
Kaletsch: Dunkles Rubinpurpur mit aufhellenden Rändern. Fruchtige, dezent zurückhaltende Nase mit Toasting- und Syrah-Aromatik. Am Gaumen breit: Steht noch unter dem Eindruck der filigranen Tannine, mineralisch und leicht balsamisch. Befindet sich vermutlich in einer leicht reduktiven Phase, deshalb unbedingt dekantieren! Seriös vinifiziert und nicht auf Crowd-Pleasing getrimmt. Wird mit etwas Flaschenreifung sicher noch zulegen.
Gesamturteil: Es muss nicht immer Super Tuscan sein! 17/20 (Potenzial 17,5)
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Château Lagrange 1994

Château Lagrange, 3ème Cru Classé St-Julien
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot
Jahrgang: 1994
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 6/2021
Freudiger: Blind verkostet: Schönes Rubin. Verhaltene Nase mit dunklen Früchten und getrockneten Kräutern, darunter auch etwas Minze. Komplexer Gaumen mit toller Struktur, viel Frucht, die aber recht schwer zu definieren ist (Pflaumen?). Viel Substanz, trotzdem sehr elegant. St-Julien? Richtig geraten! Der Wein zeigt allererste Reifetöne, aber die Tannine am Schluss sprechen eine andere Sprache.
Gesamturteil: Sinnlich, elegant, aristokratisch: 18/20
Kaletsch: Einladendes Purpurrubin. Deutliche Bordeaux-Blend-Aromatik in der Nase: Zedernholz, Leder, Tabak, Kaffee, Schokolade und dunkle Frucht. Am Gaumen, klassisch, elegant und sehr ausgewogen: beeindruckende Länge und ein gut spürbares Tanningerüst (Gerbstoffjahr!), das aber nie stört. Die Frucht rückt je länger je mehr in der Hintergrund.
Gesamturteil: St-Julien, wie es sein muss: 18–/20
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Château Rayas 2008

Château Rayas, Appellation Châteauneuf-du-Pape contrôlée, Vallée du Rhône
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Grenache
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 600.– bis 1000.–
Degustiert: 6/2021, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: 14 Stunden nach dem Öffnen: sehr helles, durchscheinendes Granat. Erdbeerkompottnase und Rumtopf, super intensiv ohne aufdringlich zu wirken. Im Ansatz sehr schöne Kräuternoten, dann eine Mitte mit wahnsinniger Substanz, ganze Schichten von Samt und Seide, und schliesslich ein atemberaubender Abgang. Kann die dunkle Seite der Macht den Schwanensee tanzen? Hier tut sie es.
Gesamturteil: Ein Weltstar, der seinem Ruf gerecht wird: 19+/20
Kaletsch: Mittleres, transparentes Rot mit Orange- und leichten Braunreflexen sowie helleren Rändern. Intensive, einladend-fruchtige Nase, die einen umhaut: Hier will man (zuerst) nur riechen! Frisch, erdbeerig-kirschig mit einem Touch Uva-Americana-Aromatik, dazu feine Kräuteraromen. Am Gaumen setzt sich der Aromen-Trip fort: Power im Samthandschuh, länger, länger, länger. Eine perfekte Balance und filigrane Gerbstoffe, die den Wein zu einem Genussmonster machen, ohne dass irgendetwas stört. Hell yeah!!!
Gesamturteil: Finesse par excellence: 19,5/20
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Châteauneuf-du-Pape Delas 1949

Delas Frères Châteauneuf-du-Pape AC, Tournon s/Rhône
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: Grenache, Syrah
Jahrgang: 1949
Preis: Ca. CHF 150.–
Degustiert: 6/2021
Freudiger: Noch recht intensives, ganz leicht trübes Granat mit ziegelroten Reflexen. Frucht in der Nase noch andeutungsweise vorhanden, zu Beginn überdeckt von massiven Schwefelnoten; diese weichen allmählich markanten Champignonaromen. Edle Alterssüsse mit Rosinen und leichten Noten von feuchtem Waldboden. Zunehmend dominieren Tertiäraromen. Leder, auch hier Waldpilze. Etwas Restsäure stützt nach wie vor.
Gesamturteil: Beeindruckendes Altweinerlebnis (nicht bewertbar)
Kaletsch: Mittelhelles Karmin- bis Ziegelrot mit bräunlichen Rändern, erstaunlich viel Farbe für dieses Alter. In der Nase vor allem Tertiärnoten: viel Leder, Tabak, leicht animalisch. Am Gaumen beeindruckt die Struktur: mittlere Länge, gut spürbare Tannine und eine angenehme Extraktsüsse. Kaum Oxidation – noch sehr gut trinkbar.
Gesamturteil: Mit dem Altersbonus: 17+/20
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Costières de Nîmes 2019

Michel Chapoutier, Tain, AOP Costières de Nîmes
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Grenache, Syrah, Marsellan, Mourvèdre
Jahrgang: 2019
Preis: Ca. CHF 11.–
Degustiert: 6/2021
Freudiger: Strahlendes Purpur mit violetten Rändern. Intensive Kirschdüfte, etwas knallig. Am Gaumen Südfrankreich pur. Herrliche Kräuter- und auch Pfeffernoten, sehr frisch wirkend. Erneut viele rote Früchte, vor allem Wildkirschen. Knochentrocken, langer noch gerbstoffreicher Abgang.
Gesamturteil: Kirschenfruchtiger Preis-Leistungs-Hammer von der Rhonemündung: 16/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit schwarzvioletten Reflexen. Intensive, schwarzbeerige Nase mit Kräutern, sehr warm und Syrah-typisch. Am Gaumen setzt sich die südliche Aromatik fort: jugendlich, breit und mit mittlerer Länge. Kann dank seinem feinen Tanningerüst sicher noch etwas gelagert werden. Beeindruckende Vinifikation – Grossmeister Chapoutier beherrscht nicht nur Monocépages!
Gesamturteil: Für diesen Preis ein Wahnsinn: 16,5/20
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Numanthia 2004

Bodega Numanthia Termes, Valdefinjas España, DO Toro
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100 % Tempranillo
Jahrgang: 2004
Preis: Ca. CHF 110.–
Degustiert: 6/2021
Freudiger: Dunkles Rubin. In der Nase einerseits etwas Minze, andererseits auch deutliche Alterstöne. Am Gaumen vom ersten Moment an massiv, gut strukturiert, viel Substanz, sehr harmonisch mit viel dunkler Frucht (vor allem schwarze Kirschen) und einem Grip ohne Ende. Im Abgang dann etwas überraschend noch recht harsche Tannine. Der Wein hinterlässt deshalb eine gewisse Ratlosigkeit: Der Duft weist eher auf ein Ende der Trinkreife, der Körper zeigt sich perfekt, im Abgang denkt man eher an weitere 5 Jahre Lagerung…
Gesamturteil: Tolles Toro mit etwas ungewisser Entwicklung: 18,5/20
Kaletsch: Mittleres Purpur mit minimal aufhellenden Rändern. Elegante, eher zurückhaltende Nase mit klassischen Eichenholzaromen, schwarzen Beeren, Lakritz und etwas Leder und Tabak. Am Gaumen dicht und lang: noble Eleganz ohne jegliche Gerbstoff- oder Fruchtexzesse. Die Tannine sind gut eingebunden und unterstreichen, dass der Wein noch über Lager- und Reifungspotenzial verfügt. Bereits jetzt beeindruckend. Von Robert Parker mit 98 Punkten bedacht.
Gesamturteil: Trotz Power erstaunlich aristokratisch: 18,5/20
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Rosso di Montepulciano Poliziano 2016

Azienda Agricola Poliziano, Montepulciano, Toskana, DOC Rosso di Montepulciano
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 80% Sangiovese, 20% Merlot
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 4/2021
Freudiger: Mittleres Granat. Kräuterwürzige, recht erdig wirkende Nase. Am Gaumen schönes Toskanafeeling, guter Druck, säuregeprägt aber sehr süffig. Ein klassischer Pizzawein zu einem sehr fairen Preis.
Gesamturteil: Ein fröhlicher Tischgenosse für jeden Tag: 15/20
Kaletsch: Rubinrot mit leicht hellerem Rand. Leicht animalische, balsamische Nase mit roten Früchten, Kaffee, Leder und Kräutern. Am Gaumen überraschend viel Extrakt: Hier zeigt sich, dass ein grosser Name dahintersteht. Schöne Breite, aber etwas sehr säure- und gerbstoffbetont. Für diesen Preis in jedem Fall ein No-Brainer!
Gesamturteil: Ungestüme Lebenslust aus Norditalien: 15,5/20
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Savigny-Lavières 2018

Tollot-Beaut, Chorey-les-Beaune, AOC Savigny-les-Beaune 1er Cru
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2018
Preis: Ca. CHF 58.–
Degustiert: 4/2021, eingereicht von Gerstl Weinselektionen
Freudiger: Jugendliches Rubin. Warme, fast süss wirkende Waldfrucht-Nase mit etwas Vanille. Wahnsinnig lustvoller und einlullender Erdbeergelee-Auftakt. Dann tonnenweise rote und blaue Früchte. Sehr lustvoller, sinnlicher, weiblich anmutender Wein in seiner expressiven Fruchtphase. Fast übertriebene, warme Frucht und sehr sanfte Gerbstoffe, die eine schöne Zukunft verheissen. Aber bereits jetzt mit sehr viel Genuss zu trinken.
Gesamturteil: Bitte in 10 Jahren noch mal einschenken. Jetzt: 18/20
Kaletsch: Erstaunlich dichtes, glänzendes Purpurrubin. WOW, was für eine intensive, duftige Nase mit frischen, feinen Fruchtaromen und einem leicht ätherischen Touch! Am Gaumen dann die eiserne Faust: sehr dicht, sehr viel Extrakt, sehr viel Power – aber all das bei gleichzeitiger Eleganz. Die Länge ist beachtlich, aber am überraschendsten ist, dass dieser Wein bereits jetzt zugänglich wirkt.
Gesamturteil: Für einmal ein Klassewein von der Côte-de-Beaune: 18/20
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Bastide Miraflors 2018

Domaine Lafage, Côtes du Roussillon AOP, Perpignan
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 74% Syrah, 26% Grenache
Jahrgang: 2018
Preis: Ca. CHF 17.–
Degustiert: 4/2021
Freudiger: Jugendliches Kirschrot. Verhaltene, kräuterduftige Nase mit Bouillon-Effekt. Extrem wuchtiger Auftritt, grosses Fruchtextrakt-Kino aber ohne dass der Wein fett wirkte. Da ist ein Könner oder eine Könnerin am Werk. Sehr dicht gewoben, schön gebaut, etwas Grünes im Spiel, das aber eher interessante Noten beiträgt, gleichzeitig spürbar von Hitze geprägt.
Gesamturteil: Preis-Leistung vom Vergnüglichsten: 17/20
Kaletsch: Frisches Granatrot. Üppig-fruchtige Nase, sehr schwarzbeerig (Cassis). Am Gaumen delikat und erstaunlich dicht. Viel Tannin, das etwas grasig wirkt und an Holunder erinnert. Der Wein ist modern und gut gemacht, kann aber seinen hohen Alkoholgehalt (14,5%) nicht ganz verbergen. Die 91 Parker-Punkte erstaunen deshalb nicht.
Gesamturteil: Für diesen Preis sehr okay: 16,5/20
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Gran Reserva 904

Bodegas La Rioja Alta, Labastida, DOC Rioja
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 90% Tempranillo, 10% Graciano
Jahrgang: 2010
Preis: Ca. CHF 55.–
Degustiert: 4/2021
Freudiger: Dunkles Granat mit aufhellenden Rändern. Eukalyptus-Kräuternase, dazu viel Vanille, klassisch-frische Rioja-Düfte. Von massivem aber sehr gekonntem Holzeinsatz geprägter Gaumen (der Wein lag zuerst ein Jahr im grossen Fuder, dann vier weitere in mehrfach belegten Barriques), aber auch viel elegante, aristokratische Frucht. Nichts Aufdringliches, nichts Lautes, dennoch ausserordentlich kräftig. Sehr ernsthafter, von subtiler Gewalt geprägter Wein. Einzige Unsicherheit: Ist das so trinkreif oder braucht es noch 10 Jahre bis zum Peak?
Gesamturteil: Eins ist sicher: So muss Rioja! 18,5/20
Kaletsch: Mittleres Rubinrot mit leicht orangebraunen Rändern. Sehr feine, balsamisch-rosinige Nase mit Zedernholz, Marzipan und etwas Vanille. Am Gaumen ein unglaubliches Kraftpaket: dicht, extrahiert und sehr lang. Erinnert in vielen Belangen an einen Vega Sicilia Unico, auch in der Nase. Endet auf bitterherben Noten, die klar machen, dass dieser Wein mindestens zehn Jahre von seiner optimalen Genussreife entfernt ist.
Gesamturteil: Viele Parallelen zu einer Weinlegende! 18/20 (Potenzial 19/20)
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Bourgogne Maison Dieu 2018

Maison Dieu, AOC Bourgogne, Dom. de Bellene, Beaune
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2018
Preis: Ca. CHF 30.–
Degustiert: 4/2021, eingereicht von Gerstl Weinselektionen
Freudiger: Leuchtendes, aber recht dunkles Kirschrot. Typischer Pinot-Noir-Stinker nach altem Putzlappen. Warmer Ersteindruck, von Bouillonnoten geprägt, sehr kräuterwürzig, wenig Primärfrucht aber sehr dicht gewoben. Dann gut strukturiert, schöne, ernsthafte Frucht. Mittlerer, eher sanfter Abgang mit herrlich rollenden Gerbstoffen. Bereits erstaunlich zugänglich, dürfte aber noch etwas zulegen.
Gesamturteil: Sehr seriöser, aber auch sehr teurer Basiswein: 16/20
Kaletsch: Mittellhelles, leicht transparentes Granatrot. Sehr frische, fruchtig-aromatische Nase. Am Gaumen breit und mit erstaunlicher Länge für einen Basiswein. Aktuell noch sehr gerbstofflastig, aber die frische, präsente Säure lässt Eleganz erahnen. Die Aromatik ist breit und eher rustikal für einen Burgunder. Unbedingt noch ein bisschen lagern lassen.
Gesamturteil: Für einen «einfachen» Bourgogne beeindruckend: 17+/20
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Giusto di Notri 2000

IGT Rosso Toscana, Tua Rita, Suvereto
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 55% Cabernet Sauvignon, 35% Merlot, 10% Cabernet Franc
Jahrgang: 2000
Preis: Ca. CHF 80.–
Degustiert: 4/2021, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Schönes, tiefdunkles Kirschrot ohne Alterstöne. Ungemein frische Nase mit sehr viel italienischen Kräutern, deutlich Oregano. Auch am Gaumen trotz Bordeaux-Blend sehr viel Italianità. Schöne Fruchtsüsse, sehr präsent, erneut getrocknete Kräuter. Im Abgang sind allererste Altersnoten spürbar, aber die tragende Säure sorgt für Kontinuität. Immer noch ziemlich adstringierend, aber in schönster Trinkreife. Macht sehr viel Spass!
Gesamturteil: Hach, dieses Val di Cornia, dieses Suvereto: 19/20
Kaletsch: Leicht getrübtes Dunkelpurpur. Vielseitige, animalisch-erdige Nase im Bordeaux-Stil mit dunklen Früchten, Waldboden, Leder, Tabak und Mokka. Am Gaumen setzt sich die Bordeaux-Blend-Aromatik fort. Perfekte Trinkreife mit betörender Extraktsüsse und immer noch präsenten Gerbstoffen am Schluss.
Gesamturteil: Auf dem absoluten Genuss-Peak: 18+/20
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BENE 2009

Johanniterkeller/Weinkellerei Hasler, Vin de Pays Suisse, Twann & Alfermée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 45.–
Degustiert: 4/2021
Freudiger: Dunkles Granat mit bereits aufhellenden Rändern. Verhaltene aber komplexe Nase, erdig mit dunklen Früchten, recht viel Holz. Im Ansatz sehr präsente Fruchtsüsse, samtig-opulent, etwas Pflaume, würzig, gute Struktur, schöne Säure. Auch im mittellangen Abgang von blauen und schwarzen, ganz leicht rosinigen Früchten geprägt dazu viel Eiche und allererste Reifetöne. Wird sich das viele Holz ohne Substanzverlust einbinden?
Gesamturteil: Wenn ja, Potenzial für 18/20
Kaletsch: Mittleres, leicht transparentes Granatrot mit ziegelrotem Schimmer und helleren Rändern. Duftige Nase mit Röstaromen und dunkler Frucht. Am Gaumen mittlere Breite und Länge, solide Struktur. Wegen der sehr präsenten, aber filigranen Gerbstoffe ist der Abgang herbbitter. Für einmal stimmt die Balance in dieser Phase nicht ganz. Der Wein wirkt überextrahiert: Kam beim Barrique-Ausbau zuviel neues Holz zum Einsatz?
Gesamturteil: Wirkt aktuell etwas zu holzbetont: 17/20
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Santenay Charmes 2018

Santenay AOC, Domaine Roger Belland
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2018
Preis: Ca. CHF 35.–
Degustiert: 2/2021, eingereicht von Gerstl Weinselektionen
Freudiger: Dichtes Purpur. Atypische Nase mit extremen Kräuternoten, auch Bouillon. Überreife Walderdbeeren lassen sich erahnen. Am Gaumen erneut massive Gewürznoten. Erstaunlich, Pinot Noir für mich nicht erkennbar, hätte blind eher auf einen Südwein getippt. Dabei allerdings sehr substanzreich und mit einem wuchtigen Auftritt. Sehr frisch und lang. Potenzial ist da, aber wohin geht diese Reise?
Gesamturteil: What’s that? Unklare 14–17/20
Kaletsch: Dunkles, fast undurchdringliches Violettrot (ist das tatsächlich ein Pinot Noir?). Sehr frische Nase mit Kirschenfrucht und Gewürzen (Muskat, Pfeffer). Am Gaumen dicht, würzig und mit sehr viel Power, aber gekonnt ausbalanciert. Die eher kräftigen Tannine verleihen ihm einen Schuss Rustikalität, aber dahinter lässt sich seine Eleganz bereits erahnen. Am Ende macht er noch zu: muss zweifellos noch ein paar Jährchen gelagert werden.
Gesamturteil: Ein Pinot, der auf Würzigkeit setzt: 17,5/20 (Potenzial 18)
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